Rechts in der Mitte  

Jahresrückblick 2014. Heute: Flüchtlingshetze. Wenn Neonazis und »Wutbürger« gemeinsam marschieren - die neue Welle des Fremdenhasses. 

Susan Bonath 

In: junge Welt online vom 19.12.2014 

 

»Nein zum Heim«-Märsche, randalierende »Hooligans gegen Salafisten« (HoGeSa) und Islamgegner, die in Dresden kurz vor Weihnachten über 15.000 Menschen mobilisierten: In diesem Jahr ist die Hemmschwelle vieler Bürger, mit Neonazis zu marschieren, weiter gesunken. Steigende Flüchtlingszahlen und soziale Verunsicherung nutzten die Rechten, um Fremdenhass in der »Mitte« zu schüren. Dies ist nicht nur im Sinne von NPD und AfD, sondern ganz auf dem Kurs von CDU und CSU. 

Unter dem Deckmantel von »Bürgerinitiativen« machten sich Rechte bereits 2013 salonfähig. Über 50 Gruppen schossen bundesweit wie Pilze aus dem Boden. In einigen zogen Neonazis offen die Fäden, in anderen mimten die Organisatoren »besorgte Bürger«. Mancherorts trommelten sie Dutzende, anderswo Hunderte zu Aufmärschen gegen Flüchtlingsheime zusammen. Ihr Konzept: frustrierte Bürger zunächst bei Facebook sammeln, um sie dort gegen die vermeintlichen Verursacher allen Übels aufzustacheln: unliebsame Flüchtlinge. 

Chemnitz, Plauen, Rackwitz, Rötha, Leipzig: Erfolg hatten die Rechten zu einem großen Teil in Sachsen. In die Schlagzeilen geriet die Kleinstadt Schneeberg im Erzgebirge. Dort zieht bis heute der NPD-Funktionär Stefan Hartung die Fäden in der Gruppe »Schneeberg wehrt sich«. Vor einem Jahr lotste er 1.800 Menschen zu Fackelzügen gegen eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Neonazis und Bürger marschierten gemeinsam gegen »Überfremdung« und »kriminelle Ausländer« durch die Straßen. Zu Beginn dieses Jahres flauten die Proteste in der 14.000-Einwohnerstadt ab. Mehrere Neuauflagen Anfang und Ende 2014 zogen aber noch immer einige hundert Menschen an. 

»Nein zum Heim«-Initiativen und »Bürgerwehren« hetzen bis heute im Netzwerk Facebook gegen Flüchtlinge. In Berlin, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg sind sie aktiv. Mit Parolen wie »Asylantenheim - nein danke« und Deutschlandfahnen erreichen sie zwischen wenigen hundert bis zu 10.000 Menschen. Ihr neues Aktionsfeld: Werbung für HoGeSa und PEGIDA (»Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes«). 

Während in Nordrhein-Westfalen - unter anderem in Burbach und Essen - Fotos der von  Wachleuten misshandelten Flüchtlinge auftauchten, in Halle (Saale) Roma auf offener Straße angegriffen wurden und in Berlin und Sachsen Bürger weiter gegen Asylsuchende zu Felde zogen, trommelte HoGeSa radikale, gewaltbereite Hooligans und Neonazis zusammen. Ende Oktober gelang es der Gruppe, knapp 5.000 Anhänger nach Köln zu mobilisieren. Der Aufmarsch endete mit einer Gewaltorgie: Brandsätze flogen, Medienvertreter und Polizisten wurden attackiert. 

In Dresden sprang derweil Lutz Bachmann in die Spur. Der wegen Einbruchs und Drogendelikten Vorbestrafte ist nach außen hin PEGIDA-Kopf. Auch er mobilisierte vor allem über Facebook. Zudem instrumentalisierte er den historischen »Protestmontag« für seinen »Kampf« gegen die vermeintlichen Übeltäter: radikale Islamisten, »kriminelle Ausländer«. Bachmann und Mitorganisatoren hängten sich den bürgerlichen Mantel um. Ein 19-Punkte-Programm skizziert auffällig seicht das Feindbild. Anfangs spricht man sich dort für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus. Um später zu dekretieren: Null Toleranz, schnellere Abschiebung, mehr Polizei und natürlich gegen den Islam. Die »christlich-jüdische Kultur des Abendlandes« müsse erhalten werden, heißt es. PEGIDA wuchs in nur neun Wochen: Alte, Junge, Mütter und Väter mit Kindern und Gruppen organisierter Neonazis marschierten Hand in Hand. Aufgestellt als Montagsevent für den Erhalt »deutscher Kultur« wirbt Bachmann mit PEGIDA-Kärtchen und aktuell mit einem »Weihnachtssingen« am kommenden Montag. 

Interessant ist der politische Umgang mit PEGIDA. Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) sucht den Dialog. Sie will ein Bürgertelefon zum Thema Asylbewerber schalten. Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zeigt »Verständnis«. Die Innenminister der Länder beließen es bisher bei einer Distanzierung, ihr Bundeschef Thomas de Maizière will PEGIDA »die Hand reichen«. Die NPD und Teile der AfD werben offensiv um die Islamgegner. 

Die Politik hat, 20 Jahre nach der von Medien konzertierten Hetzkampagne »Das Boot ist voll«, ihren Anteil am Hass auf den Islam. Die Bundesregierung schränkte das Asylrecht weiter ein, schürt Angst vor »Salafisten«, fordert »Sondereinheiten« gegen »kriminelle Ausländer« und Sonderausweise für »Islamisten«, sorgt für marode Massenunterkünfte in sozialen Brennpunkten, in denen Flüchtlinge oft über Jahre hausen müssen, und übergeht die schlechte Finanzierung der Kommunen. 

Vor allem die CSU fungiert als mainstreamfähiges rechtes Sprachrohr. Im Juni gründete sich in ihren Reihen die Initiative »Konservativer Aufbruch«, die sich vor allem auf Migranten stürzt. Die sich als »Basisbewegung für Werte und Freiheit« verstehende Gruppe wettert gegen einen vermuteten »Linksruck« in CDU und CSU. Mit Forderungen nach mehr Markt will sie zu »deutschen Werten« zurück. Zudem fischt sie im braunen Sumpf der AfD, sucht Gespräche mit deren Protagonisten. Ihr Schlachtruf lautet: »Illegale Einwanderung stoppen«. »Hartes Durchgreifen«, Erhalt der Massenunterkünfte und »strikte Durchsetzung des Dublin-Abkommens«, wonach Flüchtlinge in das europäische Erstaufnahmeland zurückgewiesen werden müssen, stehen auf dem Programm des »Konservativen Aufbruchs«. Auch Balkan-Flüchtlinge seien schnellstens auszuweisen. Und die CSU zieht nach: »Wir können nicht alle aufnehmen, die zu uns wollen«, tönte im November der Generalsekretär der Partei, Andreas Scheuer, in einem Papier. Jüngst feierte der rechte Flügel die Forderung der Christsozialen, Migranten dazu zu zwingen, nicht nur auf der Straße, sondern auch zu Hause deutsch zu sprechen. 

Und während in Bayern Anfang Dezember Asylbewerberunterkünfte brannten, in Berlin-Marzahn wöchentlich »besorgte Bürger« gegen Migranten demonstrieren, immer neue Gruppen gegen die Ärmsten der Armen wüten und Deutschland weiter Waffen in Kriegsgebiete liefert, tauchte kürzlich »Rassenkundler« Thilo Sarrazin aus der Versenkung auf. Diesmal fabulierte er nicht über »dumme Araber«, »schlaue Westdeutsche« oder undankbare Hartz-IV-Bezieher. Vielmehr wetterte er über eine angebliche »Überfremdung« der Berliner Polizei. Die soll schließlich Jagd auf Fremde machen. 

 

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Kipping: »Bouffier beleidigt alle Ostdeutschen« 

Linke und SPD weisen Äußerungen von CDU-Ministerpräsident über DDR-Hintergrund von rechten Pegida-Aufmärschen zurück 

 

Berlin. Äußerungen[1] des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier zu den angeblich ostdeutschen Wurzeln der rechten Pegida-Aufmärsche haben für Empörung gesorgt. Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, sprach von einer »Entgleisung« und forderte den CDU-Politiker auf, sich zu entschuldigen. »Bouffier beleidigt alle Ostdeutschen«, sagte Kipping der »Berliner Zeitung«. Er erklärte »Millionen zu Mitläufern der Rechten«. Es sei die CDU, die die islamfeindliche und gegen Flüchltinge sowie das Asylrecht gerichtete Pegida »salonfähig gemacht« habe. Wenn die Union jetzt »Haltet den Dieb« rufe, sei das »unredlich und inakzeptabel«. 

In: Neues Deutschland online vom 20.12.2014 

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Links: 

    1. http://www.fr-online.de/pegida/pegida-bouffier-will-mit-pegida-reden,29337826,29379798.html
    2. http://www.presseportal.de/pm/47409/2911072/mitteldeutsche-zeitung-anti-islam-bewegung-ostbeauftragte-weist-ddr-bezug-bei-den-pegida-protesten
    3. http://www.fr-online.de/pegida/pegida-bouffier-will-mit-pegida-reden,29337826,29379798.html
    4. http://www.jenapolis.de/2014/12/20/rassismus-ist-gesamtdeutsches-problem-bouffier-verbreitet-dumpfe-ressentiments-gegen-ostdeutsche/?utm_medium=twitter&utm_source=twitterfeed

Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/956216.kipping-bouffier-beleidigt-alle-ostdeutschen.html 

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Woidke hält AfD für gefährlicher als NPD und DVU 

Brandenburgs Ministerpräsident mit scharfer Kritik an Auftritt von Fraktionschef der Rechtspartei, Gauland 

 

Berlin. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält die Rechtspartei Alternative für Deutschland (AfD) für gefährlicher als die rechtsradikale NPD und DVU. Von außen sei die Partei noch nicht vollkommen als extremistisch zu erkennen, sagte Woidke am Freitag in Potsdam. 

In: Neues Deutschland online vom 19.12.2014 

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Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/956159.woidke-haelt-afd-fuer-gefaehrlicher-als-npd-und-dvu.html 

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Wettlauf nach rechts  

15.000 PEGIDA-Demonstranten schüren in Dresden Fremdenhass. AfD- und Unionspolitiker zeigen Verständnis für irrationale Paranoia der »besorgten Bürger«. 

Michael Merz 

In: junge Welt online vom 17.12.2014 

 

Die antiislamische Allianz aus »besorgten Bürgern«, Neonazis und Demagogen  

marschierte am Montag abend wieder durch Dresden. Die Veranstalter von PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) konnten wieder einen deutlichen Zuwachs bejubeln: 15.000 Teilnehmer zählte die rechtslastige Demonstration mit bürgerlichem Anstrich. Neben NPD-Funktionären und der rechten Initiative »Chemnitz wehrt sich« schaute auch AfD-Vize Alexander Gauland vorbei, der seine Partei im Vorfeld als »natürlichen Verbündeten dieser Bewegung« bezeichnete. 

Fremdenfeindliche Ressentiments waren mehr oder weniger geschickt getarnt. 

Teilnehmer phantasierten von »Wirtschaftsflüchtlingen«, die angeblich in Saus und Braus leben und kriminalisierten Zuwanderer - dumpfe Stammtischparolen hatten Konjunktur. »Man wird doch nochmal sagen dürfen, dass...« - ein häufig zu hörender Satzanfang. 

»Die Anführer dieser Demonstrationen sind keine Patrioten, sondern Rassisten, die Menschenrechte infrage stellen und Minderheiten diskriminieren», erklärte am Montag Jürgen Micksch, Chef des Interkulturellen Rates. Initiator Lutz Bachmann wiederum sieht seine Mitläufer als »Menschen mit Ängsten und Sorgen, die von den herrschenden Politikern über Jahrzehnte vernachlässigt wurden«, wie er in seiner Rede wissen ließ. Es sind Menschen, die ihre Probleme allerdings nicht selbstständig artikulieren dürfen. Gegenüber den Medien bekamen sie einen Maulkorb verpasst. »Wir sprechen nicht mit der Presse, dabei bleibt es«, legte Bachmann fest. 

Die offensichtliche Gesprächsverweigerung hindert bundesdeutsche Politiker nicht daran, Verständnis für die »Sorgen und Ängste« der Islamhasser zu äußern, wie etwa Bundesinnenminister Thomas de Maiziere oder NRW-Innenminister Ralf Jäger. Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) möchte gar auf sie »zugehen« und CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sieht PEGIDA-Demonstranten von Justizminister Heiko Maas »ungeheuer verunglimpft«, letzterer bezeichnete die Kundgebung als »Schande«. 

Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, hält die Aufmärsche für eine »brandgefährliche Entwicklung«. Selbst die New York Times hat in einem prominent plazierten Beitrag auf ihrer Website am Dienstag auf die Verbindung zwischen der wieder entfachten Fremdenfeindlichkeit auf deutschen Straßen und dem Brandanschlag auf eine gerade erst fertiggestellte Flüchtlingsunterkunft in Vorra bei Nürnberg in der letzten Woche hingewiesen. 

Konrad Adam, der dem dreiköpfigen Führungsgremium der »Alternative für Deutschland« angehört, zündelte gleich am Dienstag weiter. Mit Blick auf die Geiselnahme in Sydney am Montag sagte er: »Das zeigt, dass es keiner Masseneinwanderung bedarf, um Menschen in Gefahr zu bringen - ein Einzelner genügt.« Wer so denke wie die AfD, »bereitet den Weg für Ausländerhatz und brennende Flüchtlingsheime«, meinte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner. »Einen Verbrecher in Australien heranzuziehen, um die fremdenfeindlichen Demonstrationen in Dresden zu rechtfertigen, ist infam.« 

Während die Bündnisse »Dresden für alle« und »Dresden Nazifrei« laut Polizei mehr als 5.600 Menschen zu einer Gegendemonstration mobilisieren konnten, waren in Bonn 1.000 Aktivisten auf der Straße, um gegen den Ableger BOGIDA zu protestieren. BOGIDA versucht im Vergleich zu PEGIDA nicht, die braune Ideologie zu kaschieren. Ein Redner skandierte vor einem Häuflein von 300 Rechten, Deutschland werde von »sozialistischem Dreckspack« regiert und »es lebe das heilige Deutschland«. 

 

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Volkszorn auf Knopfdruck  

»PEGIDA« mobilisiert Zehntausende  

Sebastian Carlens 

In: junge Welt online vom 17.12.2014 

 

Der migrantenfeindliche Aufmarsch als montäglicher Familienspaß: »Erst die Demo, dann das Vergnügen«, schlägt die Bild-Regionalausgabe Dresden einen Tag nach der bislang größten »PEGIDA«-Demonstration als Motto für die »Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes« vor. Am Montag sind mehr als 10.000 Menschen in der sächsischen Hauptstadt auf die Straße gegangen. Bild macht die Homestory dazu: »Organisator Lutz Bachmann (41) schickt seine mehreren tausend Demonstranten danach extra zum Weihnachts-Shopping in die Innenstadt! Er erklärt: rWir wurden von Händlern ja scharf kritisiert, dass unsere Demos schlecht fürs Geschäft seien. Dem wollen wir Rechnung tragen.l Bachmann ließ extra Visiten-Karten drucken. 

Darauf steht: rIch wurde Ihnen als Kunde geschickt von PEGIDAl.« 

Nun, da auch die Umsatzsorgen des Dresdner Einzelhandels ausgeräumt sind, kann »PEGIDA« es sich in der Mitte der Gesellschaft bequem machen - da, wo sie herkommt und hingehört. Die Vorurteile der Marschierer, ihre »Überfremdungsangst«, die Furcht vor »Entheimatung« (Wolfgang Thierse), teilen eine Menge Menschen; »jeder zweite«, so das Ergebnis einer von Zeit Online in Auftrag gegebenen Umfrage. Dank Bild und Politik wird »PEGIDA« noch die nächsten Rekorde knacken. 

Warum glauben Zehntausende Menschen, dass ihnen - in einer nahezu migrantenfreien Stadt (0,1 Prozent Muslime) - die »Islamisierung« drohe? Die »Systemparteien« und »-medien«, die auf den Aufmärschen regelmäßig gegeißelt werden, standen in Wahrheit an der Wiege der Bewegung. »Niedrige Abschiebezahl lockt Flüchtlinge an«, ist so eine typische Schlagzeile. Sie stammt aus Springers Welt, es könnte auch anderswo her sein. »Angelockt« werden Tiere, weiß das Wörterbuch der Grimms. Zum Beispiel von Unrat, Essensresten, Hausmüll. Und was macht man mit Ungeziefer? Vertreiben, also abschieben, ist vermutlich noch die harmloseste Möglichkeit, die den Schreibern solcher Texte - und irgendwann auch ihren Lesern - einfällt. Von so was kommt so was. 

Der Protest der Dresdner müsse »ernst genommen«, »verstanden« werden, hallt aus AfD und CDU. Die »Alternative« setzt auf vollendete Anbiederung, in den Unionsparteien ist der Kurs noch nicht entschieden. Mit diesem Plebiszit der Straße, mit den »berechtigten Sorgen der Menschen«, werden auch die nächsten Attentate auf das Asylrecht begründet werden. 

Wie urwüchsig ist »PEGIDA«? Der Veranstalter ist ein ehemaliger Krimineller, in seiner Riege von Organisatoren sind ebenfalls mehrere Vorbestrafte. Aus dem NSU-Skandal wissen wir, dass Verfassungsschutz und Co. oft im Gefängnis an ihre »Vertrauensmänner« gekommen sind. Die Saubermänner in der Politik scheinen sich an der Vergangenheit der »PEDIGA«-Macher nicht zu stören. Kriminelle? Vielleicht. Aber deutsche Kriminelle: Fleisch vom Fleische. 

 

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Rufe aus Union und SPD: Pegida-Mitläufer nicht verteufeln

Sicherheitsbehörden in NRW: Organisatoren der Aufmärsche sind Rechtsradikale / Linkenpolitiker Jelpke: Verständnis für Rassisten ist »erschreckend« 

 

Berlin. Obwohl die Sicherheitsbehörden davon ausgehen, dass Rechtsradikale hinter den rassistischen Pegida-Aufmärschen stehen, wollen Politiker von Union und SPD die Mitläufer der rechten Demonstrationen gegen Flüchtlinge, Asylrecht und eine angebliche Islamisierung nicht »dämonisieren«. 

Die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen gehen davon aus, dass die Pegida-Bewegung von rechtsradikalen Kräften gesteuert wird. »Wir wissen, dass die Organisatoren der Kundgebungen in Düsseldorf und Bonn dem rechtsextremistischen Umfeld zuzuordnen sind«, sagte Innenminister Ralf Jäger der »Rheinischen Post«. Der Verfassungsschutz habe die Neonazis »bei diesen Veranstaltungen im Blick«. 

In: Neues Deutschland online vom 17.12.2014 

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Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/955823.rufe-aus-union-und-spd-pegida-mitlaeufer-nicht-verteufeln.html 

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Sammelbecken für Chauvinisten 

Zulauf für Pegida-Demonstration ungebremst 

Von Hendrik Lasch 

 

Die Teilnehmerzahl bei den islamfeindlichen Demonstration von Pegida in Dresden steigt. Die Forderungen der Initiative bleiben vage. 

Dresden. Gestern Mittag in einer Tankstelle am Stadtrand von Dresden: Über einen Bildschirm läuft die Nachricht von einem Überfall von Taliban auf Schulkinder. Ein Bauarbeiter tritt erschrocken näher – und winkt erleichtert ab: Die Attacke trug sich in Pakistan zu. »Gut so«, sagt er, »sollen die sich untereinander die Köpfe einschlagen.« 

Der Ton wird rauer, und Ressentiments werden offener zur Schau gestellt in der Stadt, in der die Initiative Pegida zu »Spaziergängen« einlädt, um gegen eine angebliche »Islamisierung des Abendlandes« zu protestieren. Der Zustrom ist trotz (oder wegen?) der heftigen Kritik von Politikern bis hin zur Kanzlerin ungebrochen:  

In: Neues Deutschland online vom 17.12.2014 

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Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/955701.sammelbecken-fuer-chauvinisten.html 

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Brandenburgs AfD besuchte Pegida-Kundgebung 

Linksfraktionschefin Margitta Mächtig schämt sich für ihre Dresdner 

Von Wilfried Neiße 

 

Die brandenburgische AfD bekennt sich zu den ausländerfeindlichen Montagsdemonstrationen in Dresden. Sie räumt bereitwillig ein, dort gewesen zu sein. 

»Als ich die Bilder sah, habe ich mich für meine Dresdner geschämt«, sagte am Dienstag Linksfraktionschefin Margitta Mächtig, die dort geboren wurde und ihre ersten Lebensjahre verbrachte. Es mache ihr Angst, zu erleben, wie viele Menschen in Dresden den Ausländerfeinden hinterherlaufen, sagte sie zu den Demonstrationen der Pegida-Bewegung gegen die angebliche Islamisierung des christlichen Abendlandes. »Auch aus der Geschichte heraus. Das kann zu Hass führen, ich verstehe meine Sachsen nicht mehr.« 

In: Neues Deutschland online vom 17.12.2014 

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Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/955746.brandenburgs-afd-besuchte-pegida-kundgebung.html 

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15.000 gegen Flüchtlinge: Zulauf bei Pegida wächst

Etwa 7.500 protestieren gegen rassistischen Aufmarsch in Dresden / Maas nennt Pegida «Schande» - Scheuer kritisiert dies als «Verunglimpfung» 

 

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Etwa 7.500 protestieren gegen rassistischen Aufmarsch in Dresden 

Berlin. Das rechte «Pegida»-Bündnis hat in Dresden erneut größeren Zulauf erhalten als noch in der Vorwoche - am Montagabend marschierten nach Angaben der Polizei rund 15.000 Menschen auf, um gegen Flüchtlinge, eine liberale Asylpolitik und eine angebliche Islamisierung der Bundesrepublik zu demonstrieren. Von vor Ort wurde von «Wir sind das Volk»-Rufen ebenso berichtet wie von rassistischen Parolen und rechtsradikalen Rufen. Es war die neunte Demonstration der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» in Folge. 

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Auch das Bündnis «Dresden Nazifrei, das jeden Montag gegen »Pegida« protestiert, sieht keinen Anlass, mit »Pegida« in einen Dialog zu treten. 

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Der Stellvertretende Sprecher der Alternative für Deutschland(AfD), Hans-Olaf Henkel, riet den Mitgliedern seiner Partei ab, sich an »Demonstrationen von selbst ernannten Islamkritikern« zu beteiligen.  

In: Neues Deutschland online vom 16.12.2014 

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Links: 

    1. http://nazifrei.berlin

Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/955683.15-000-gegen-fluechtlinge-zulauf-bei-pegida-waechst.html 

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Dresden, Marzahn, Bonn: im Newsblog 

15.000 in Dresden bei Pegida / Andernorts wenig Zulauf / Bundesweit gehen auch viele Menschen gegen Rassismus auf die Straße 

 

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18:38 Uhr: Aus Dresden erreichen uns die ersten Zahlen von der Pegida-Demonstration. Weit über tausend Menschen versammelten sich zum Beginn der Kundgebung in der Dresdner Innenstadt,berichtet ein AFP-Reporter. Die Veranstalter rechneten noch mit weiteren Zulauf. In der vergangenen Woche hatten rund 10.000 Menschen in Dresden demonstriert. Zur Info: Pegida steht für »Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes«. Seit Wochen ruft das Bündnis zu Montagsdemonstrationen in Dresden auf. Die Bewegung protestiert gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlandes und fordert Asylrechts-Verschärfungen 

In: Neues Deutschland online vom 15.12.2014 

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Links: 

    1. http://www.neues-deutschland.de/artikel/955662.beliebige-alternativlosigkeit.html
    2. http://www.neues-deutschland.de/artikel/955548.pegida-legida-saargida-koegida-ungida.html

Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/955636.dresden-marzahn-bonn-im-newsblog.html 

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Verständnis für #Pegida ist fehl am Platz 

Verbände stufen Bewegung als rassistisch ein / Merkel: »kein Platz für Hetze« 

 

Am Montag stehen Demonstrationen der »Pegida«-Bewegung in Dresden an. Die wird von mehreren Verbänden als »rassistisch« eingestuft. Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wendet sich gegen »Hetze und Verleumdung«. 

Darmstadt. Der Interkulturelle Rat in Deutschland sowie Pro Asyl haben die in Dresden entstandene Protestbewegung »Pegida« als rassistisch eingestuft. »Pegida« versuche offensiv, Rassismus im politischen Diskurs zu etablieren, teilte Pro Asyl am Montag mit.[1] »Statt Verständnis für die Sorgen der PEGIDA-Demonstranten zu äußern, muss die Angst von Flüchtlingen und Migranten vor der wachsenden rassistischen Gewalt und Hetze endlich ernst genommen werden«, so Günther Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl. Der Verband ruft auch zur Teilnahme an Gegendemonstrationen auf. 

In: Neues Deutschland online vom 15.12.2014 

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Links: 

    1. http://www.proasyl.de/de/presse/detail/news/verstaendnis_ist_fehl_am_platz/

Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/955552.verstaendnis-fuer-pegida-ist-fehl-am-platz.html 

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