Streitfrage: Sollte in Deutschland die Wahlpflicht eingeführt werden? 

Jochen Rudolphsen und Arno Klönne debattieren 

Die Bundestagswahl ist vorbei – jetzt wird über mögliche Koalitionen spekuliert. Dabei droht die niedrige Wahlbeteiligung des Urnengangs unter den Tisch zu fallen. Sie beträgt 71,5 Prozent und liegt damit auf einem ähnlichen Niveau wie vor vier Jahren (70,8 Prozent). Fachleute erörtern zum einen die Ursachen, warum so viele Deutsche nicht Wählen gehen. Zum anderen wird darüber diskutiert, wie die Beteiligung erhöht werden kann. Eine Möglichkeit, die immer wieder genannt wird, ist die Wahlpflicht. Diese gibt es in mehreren Ländern, zum Beispiel in Australien und Belgien. Wäre ein solcher Zwang zur Wahl auch in Deutschland denkbar? 

Es dabattieren: Jochen Rudolphsen, Redakteur der »Evangelischen Zeitung« in Hamburg und Arno Klönne, Sozialwissenschaftler und Mitherausgeber der Zweiwochenschrift »Ossietzky«. 

In: Neues Deutschland online vom 28.09.2013 

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URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/834436.streitfrage-sollte-in-deutschland-die-wahlpflicht-eingefuehrt-werden.html 

 

Beiträge dieser Debatte: 

Von Jochen Rudolphsen 

Scheinheiliges Wahlrecht im Feudalstaat 

»Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.« Dieser Satz, der sich vor der Bundestagswahl auf einem überklebten Parteienplakat in Hamburg fand, mag ein Sponti-Spruch sein oder nur albern. Aber er enthält außer Staats- oder Politikverdrossenheit auch die sic...  

 

Von Arno Klönne 

Fragwürdige Pflichtübung 

Soll man die Masse von Bürgern und Bürgerinnen, denen es am Willen zur Stimmabgabe fehlt, unter Druck setzen? Aus dem Recht zum Wählen eine Wahlpflicht machen? Und, damit das auch funktioniert, die Wahlverweigerung gebührenpflichtig? Es gibt vernünftige Gründe,...  

 

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