Was tun gegen Altersarmut? 

Teil II der nd-Serie zur Bundestagswahl 

Von Marian Krüger 

 

Die Parteien bemühen sich redlich, zur Bundestagswahl ihre programmatische Unverwechselbarkeit zu betonen. Zugleich scheinen einige Parteien sich in den Programmen der jeweils linken Nachbarn zu bedienen - die Union bei der SPD, die SPD bei der Linkspartei. Welche Antworten die Bundestagsparteien auf umstrittenen politischen Themenfeldern geben, untersucht in ausgewählten Bereichen die nd-Serie »Systemvergleich«. Heute: die Rente. 

In: Neues Deutschland online vom 20.08.2013 

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Wie wollen die Parteien Altersarmut verhindern? 

CDU 

● Die Rente mit 67 soll beibehalten werden. Geplant ist aber eine Überprüfung der »starren« gesetzlichen Altersgrenze mit dem Ziel, dass mehr Ältere auch im Rentenalter beruflich aktiv bleiben. 

● In der »Kombirente« werden die Zuverdienstregeln ausgeweitet, die Verdienstgrenzen für Teilzeitarbeit werden angehoben. 

● Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, sollen in Zukunft einen Rentenpunkt mehr erhalten. 

● Einführung der Lebensleistungsrente: Menschen, die mindestens 40 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und eine private Altersvorsorge haben, erhalten Rentenaufstockung bis 850 Euro, falls ihr Einkommen nicht das Grundsicherungsniveau erreicht. 

SPD 

● Die gesetzliche Überprüfungsklausel bei der Rente mit 67 soll angewendet werden. 

● Schrittweise Angleichung der Ostrenten bis 2020; 

● Solidarrente von 850 Euro für Geringverdiener bei mindestens 40 Versicherungsjahren und mindestens 30 Beitragsjahren; 

● ab 45 Versicherungsjahren wird eine abschlagsfreie Rente schon mit 63 Jahren möglich. 

FDP 

● Die FDP ist gegen starre Altersgrenzen für den Renteneintritt. Ab dem 60. Lebensjahr sollte jeder den Zeitpunkt des Renteneintritts frei wählen können, wenn die Ansprüche aus privater, gesetzlicher und betrieblicher Altersvorsorge höher als das Grundsicherungsniveau sind. 

● Zuverdienstgrenzen sollen abgeschafft werden. 

● Die Höhe der Rente soll den eingezahlten Beiträgen entsprechen, sozialpolitische Leistungen werden nicht über Beiträge bezahlt. 

● Die »Vereinheitlichung des Rentenrechts in Ost und West« gilt als »Gebot der Fairness«; ein Termin wird nicht genannt. 

● Stärkung der Privatvorsorge auch für Geringverdiener; 

● gegen eine Rücknahme der Rentenreformen; 

● gegen die Ausweitung der Versicherungspflicht auf Selbstständige. 

LINKE 

● Das gesetzliche Rentenniveau soll wieder auf 53 Prozent des Netto-Durchschnittsverdienstes angehoben und die Rente mit 67 rückgängig gemacht werden. 

● Die Ostrenten werden bis spätestens 2017 angeglichen. 

● Auf alle Erwerbseinkommen, das heißt auch die von Selbstständigen, Beamten und Politikern, werden Beitrage erhoben. 

● Es soll eine solidarische Mindestrente von 1050 Euro geben. 

● Zeiten niedriger Löhne, der Erwerbslosigkeit, Kindererziehung und Pflege werden durch die Rentenversicherung besser bewertet. 

Grüne 

● Die Rente mit 67 soll beibehalten werden. 

● Die Rentenwerte Ost und West werden angeglichen. 

● Eine steuerfinanzierte »Garantierente« von mindestens 850 Euro wird ab 30 Versicherungsjahren versprochen. »Wir unterscheiden dabei nicht zwischen Teilzeit- und Vollzeittätigkeit und beziehen bis zu 10 Jahre der Kinderbetreuung und Zeiten der Arbeitslosigkeit mit ein.« 

● Eine abschlagsfreie Erwerbsminderungsrente soll wieder ab 63 Jahren möglich sein. 

● Die Rente soll langfristig als Bürgerversicherung finanziert werden. 

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/830737.was-tun-gegen-altersarmut.html 

 

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