»Ohne jede Obrigkeit«  

Eine Erinnerung an die »Republik Schwarzenberg«  

Sabine Kebir 

In: junge Welt online vom 23.05.2015 

Wochenendbeilage 

 

Als die Alliierten Deutschland am 8. Mai 1945 vom Nazijoch befreiten, blieb ein kleines Gebiet im sächsischen Erzgebirge 42 Tage unbesetzt. Die Bewohner begannen sich selbst zu organisieren. Unsere Autorin begleitete den Schriftsteller Stefan Heym im Jahre 1990 auf den Spuren der »Republik Schwarzenberg«. (jW) 

Im April 1990 – als die politischen Weichen schon in Richtung Wiedervereinigung gestellt waren, einige Illusionen zu verblassen begannen, andere noch ins Kraut schossen – veröffentlichte der Buchverlag Der Morgen Stefan Heyms dokumentarisch gestützten Roman »Schwarzenberg«, der 1984 nur bei Bertelsmann erscheinen konnte. Um die DDR-Buchpremiere, die im erzgebirgischen Schwarzenberg geplant war, zu dokumentieren, beschaffte ich mir einen Auftrag für einen kurzen Radiobeitrag im RIAS. Begleitet von einer Lektorin und der Werbeleiterin des Verlags, fuhren Heym und ich im Auto am 25. April zu dem Ort, der das Zentrum eines etwa 65 Quadratkilometer großen Gebiets gewesen war, das aus nie ganz geklärten Gründen sechs Wochen nach Ende des 2. Weltkriegs unbesetzt blieb. Die Amerikaner stießen bis Auerbach vor, die Rote Armee bis Annaberg. Im Kreis Schwarzenberg ergriffen überlebende Antifaschisten am 11. Mai 1945 die Macht und bildeten einen Aktionsausschuss, um anarchisches Chaos und Gewalt zu verhindern und das Überleben der von Hunger bedrohten Bevölkerung zu sichern. 

Heym hatte in seinen Roman sozialistisch-utopische Vorstellungen eingewoben, die viele DDR-Bürger teilten. So war damit zu rechnen, dass die Buchpremiere nicht nur aus lokalpatriotischen Gründen viel Zuspruch erfahren würde. Allerdings hatte die Volkskammerwahl am 18. März 1990 der DDR den Linken und den Bürgerrechtlern auch hier schwere Niederlagen bereitet. Aber die Aula der Bertolt-Brecht-Oberschule war knallvoll. Stefan Heym marschierte als Held des Publikums ein, das ihn – lange Zeit nur via Westfernsehen – als Kritiker festgefahrener Verhältnisse in der DDR kannte. Aber im Unterschied zu etlichen anderen Autoren war er im Land und ein aufgeklärter Sozialist geblieben. 

Die Kassette mit Interviews und Statements ist ein interessantes Dokument aus einer Zeit, in der es die Leute sichtlich genossen, sich unbefangen über Tabus der sozialistischen Vergangenheit zu äußern – zu denen eben auch Werke von Heym gehört hatten. Da die eben gegründete Treuhand noch keine Betriebe platt gemacht und noch niemandem die gewohnte Existenzgrundlage entrissen hatte, befanden sich die Menschen noch im Zustand gesteigerten staatsbürgerlichen Selbstbewusstseins, wie es für Umbruchsituationen typisch ist. Eine Frau, die sich als »Mitarbeiter im Buchhandel« aus Karl-Marx-Stadt – heute Chemnitz – vorstellte, begründete ihr außerordentliches Interesse damit, dass von Heym »in der Germanisten-Ausbildung verschwindend wenig zu hören« war. Ein Mann, der sich bislang keine Bücher von Heym beschaffen konnte, bezeichnete ihn als »eine wichtige Figur im Kampf der letzten Jahre«. Über die unbesetzten sieben Wochen hätte er »ein wenig« von den Eltern erfahren, in der Schule aber gar nichts. Dasselbe betonte eine Frau, die sich als »Verehrerin« von Heym und »sehr heimatverbunden« bezeichnete. Eine 1939 geborene Geschichtslehrerin, die noch schwache Kindheitserinnerungen an die unbesetzte Zeit hatte, berichtete stolz, dass sie mit interessierten Schülern vor kurzem darüber diskutiert hätte. Ein weiterer Besucher zeigte sich dagegen konsterniert, hier einige seiner ehemaligen Lehrer zu treffen, die den Schülern noch vor einem halben Jahr politisch heftig zugesetzt hätten, sich jetzt aber nicht schämten, Autogramme von einem Schriftsteller zu erbitten, dessen Bücher die Schüler nicht hatten lesen dürfen: »Das wurde doch bestraft.« 

Heym hatte seinen Roman zum großen Teil nach Dokumenten und Berichten von realen Akteuren geschrieben. Mit einem fiktiven Verfassungsentwurf der Figur des der Hinrichtung knapp entronnenen Antifaschisten Wolfram hatte er der »Republik Schwarzenberg« eine utopische Überhöhung verliehen, die in den achtziger Jahren eine kritische Provokation darstellte. Wolframs Entwurf sprach von »in freier und geheimer Wahl gewählten Deputierten«, die »kollektiv und als einzelne, dem Volk verantwortlich« seien und »jederzeit vom Volke abberufen werden« könnten. Auch hieß es, dass die finanzielle »Entschädigung« der Staatsdiener »in keinem Falle die Löhne der in der Produktion stehenden Arbeiter« übersteigen dürfe. Das solle auch für den Aktionsausschuss gelten, der sich zunächst eigenmächtig konstituiert hatte. »Schutz und Sicherheit der Republik liegen in den Händen der Arbeitermiliz. […] Eine Berufsarmee sowie eine Berufspolizei, insbesondere eine geheime, gibt es nicht.« Industrielle wie auch landwirtschaftliche Großbetriebe sowie der Handel sollten Gemeineigentum und von gewählten Betriebsräten kontrolliert werden, kleine und mittlere Betriebe den Besitzern verbleiben, »bis diese es für notwendig und wünschenswert halten, sich zu Genossenschaften zusammenzuschließen«. Es folgte ein Katalog von allen Bürgern zustehenden Freiheiten: Assoziations-, Meinungs- und Pressefreiheit. Und schließlich war auch eine vom Volk gewählte Justiz vorgesehen, die nur dem Gesetz verpflichtet sei. (1) 

Im Unterschied zu den meisten anderen Mitgliedern des Aktionsausschusses, die von der am 25. Juni einmarschierenden sowjetischen Besatzungsmacht in die Verwaltung übernommen wurden, wird der Träumer Wolfram nach Sibirien verschleppt. Kadlitz, eine weniger utopisch gestrickte Romanfigur ließ Heym folgendermaßen reflektieren: Man könne einwenden, »dass unsere Machteroberung keine so stolze Errungenschaft gewesen sei, ja, sogar einer gewissen Komik nicht entbehrte« – und ohne den Sieg der Alliierten unmöglich gewesen wäre. »Aber vergessen wir doch nicht, dass es in Deutschland noch nie gelungen war, eine Revolution aus eigener Kraft zum Siege zu führen; alle Bemühungen in der Richtung waren stets im Blut erstickt worden; so dass unsere erfolgreiche schwarzenbergische, so klein und schäbig sie auch erscheinen mag, immerhin ein Präzedenzfall ist und als ein bescheidenes Beispiel für künftige Versuche dienen könnte.« (2) 

Nach Heyms Lesung stellte sich der Rentner Paul Korb dem Publikum – als mittlerweile letztes noch lebendes Mitglied des Aktionsausschusses. (3) Nach seiner damaligen Funktion befragt, antwortete er, dass er »Leiter der Polizei«, gewesen sei. Hatte er zuvor Erfahrung als Polizist gehabt? 

»Nein. Aber wir mussten ja die Macht übernehmen, die Faschisten sind schon nicht von alleine gegangen. Da konnten wir doch nicht mit dem Taschentuch winken! Wir mussten eine bewaffnete Truppe haben. Und die haben wir am 11. zusammengestellt. Mt den ersten 120 bewaffneten Arbeitern in Schwarzenberg haben wir das Rathaus besetzt. Und am 12. früh haben wir unsere Regierung, also den antifaschistischen Aktionsausschuss gebildet. 

Und da sind die Funktionen verteilt worden. Wer macht den Bürgermeister? Nach einigem Hin und Her hatten wir den Bürgermeister. Und wer macht denn die Polizei? Da hieß es, du hast sie ja schon heute nacht und gestern abend gemacht, und nun bist du Leiter des Stadtpolizeiamts.« 

Hier hört man eine Frau im Publikum auflachen. Korb wurde gefragt, was sein eigentlicher Beruf gewesen sei. »Ich war Klempner, musste aber alle möglichen Berufe ausüben. Der Kapitalist in der Weimarer Zeit – wenn wir sehr laut wurden im Betrieb – hat uns rausgefledert. Ich habe auf dem Bau gearbeitet, im Forst und als Lackierer – nur um zu überleben.« Den Aktionsausschüssen, die sich praktisch im ganzen Kreisgebiet auf ähnliche Weise gebildet hatten, gelang es, den Gauleiter von Sachsen, Martin Mutschmann, der sich im Schwarzenbergischen versteckte, dingfest zu machen. 

»Mutschmann und der Kapitalist Emil Kraus waren befreundet. Er hielt sich seit der bedingungslosen Kapitulation oben in der Krausschen Villa – heute NVA-Heim – auf. Er ist in der Nacht vom 7. zum 8. Mai – Kraus hat ihn durch den Zaun gelassen – nach Tellerhäuser entwischt und hat sich beim Bauern Taufmann aufgehalten. Seine Frau hatte mehrere Lebensmittelkarten beim Einkaufen, was anderen Frauen auffiel. Frau Mutschmann wurde von den Amerikanern über Aue weggeschafft, wohin ist unbekannt. Wir wussten nun, dass Mutschmann noch im Kreis war. Mit einer bewaffneten Einsatztruppe sind wir nach Tellerhäuser gefahren, haben ihn gesucht, aber er entwischte uns. Am nächsten Tag haben ihn Genossen aus Oberwiesenthal ergriffen und in Annaberg der Roten Armee übergeben. Wir waren in dieser Zeit viermal in Annaberg beim sowjetischen Kommandanten – ein Gardemajor Nemow. Wir haben gefragt: Warum bleibt unser Kreis ohne Besatzungsmacht? Der Gardemajor sagte uns wörtlich: ›Ich Befehl bis Annaberg und nicht weiter.‹ Und da wussten wir soviel wie vordem. 

(Lachen) Zu uns kam in diesen sieben Wochen einige Male amerikanische Militärpolizisten von Zwickau. Auch von denen haben wir keine Antwort erhalten. Ein Gerücht war: Das ist eine Absprache unter den Siegermächten: Es entsteht hier ein internationales Bäderdreieck (Lachen) – also Karlsbad, Marienbad, Bad Elster, Oberschlema. Später kam die Wismut ins Spiel, der Erzbergbau – aber der beginnt ja erst 1946. Es gibt aber etwas, was vielleicht der Wahrheit am nächsten kommt, eine Vereinbarung zwischen den Siegermächten: Die vorläufige Linie in diesem sächsischen Raum zwischen den amerikanischen und den sowjetischen Truppen ist die Mulde. Aber welche? Wir haben die Freiberger Mulde, die Zwickauer Mulde und die Vereinigte Mulde.« 

Heym erklärte den immerhin sieben Wochen andauernden Lapsus im Zusammenwirken der Alliierten mit einer nicht nur beim Militär anzutreffenden Scheu vor Verantwortung. Literarisch habe er das mit dem Gespräch zweier amerikanischer Soldaten dargestellt, »die natürlich versuchen, sich nach oben hin abzusichern. Und die oben sind genau wie immer die oben – das können sie auch in der DDR sehr gut feststellen – die wollen sich nicht festlegen. (Lachen) So kam es, dass der Sergeant auf die verzweifelte Idee kam, es dem Los zu überlassen. Er wirft die Münze in die Luft, fängt sie auf und: Kopf! Kopf bedeutete Ost und Wappen bedeutete West. Und so wurde Schwarzenberg erst besetzt, als die Zonengrenzen genau festgelegt waren.« 

Das Publikum fragte, wie Korb die Arbeit des Aktionsausschusses rückblickend beurteile. Richtig sei es gewesen, sagte er, »dass es Menschen gab, die in dieser schweren Zeit, ohne jede Obrigkeit, auf sich allein gestellt, bereit waren, ein Chaos zu verhindern und etwas Neues aufzubauen. Wir haben uns nie eingebildet – ich bin der Letzte, der noch da ist –, dass wir alles richtig gemacht haben. Aber wir haben das gemacht, was aus der Situation heraus notwendig war, und das kann ich auch heute noch vertreten.« Erinnerten ihn bestimmte Momente der jetzigen »Wende« an die damalige Zeit? Denke er, dass eine ähnliche Chance wieder entstehen könne? »Natürlich ist die Wende, die heute eingetreten ist, in etwa mit dem, was wir wollten, zu vergleichen. Wie das in den letzten vierzig Jahren gelaufen ist – das sind nicht unsere Ziele gewesen.« Ob er meine, dass diese Wende früher oder später zu den Zielen führen könne, die in Schwarzenberg 1945 angestrebt wurden? »Ich möchte sagen: hoffentlich.« Jemand rief: »Die Republik Schwarzenberg wurde damals durch den Einmarsch der Roten Armee beendet. Und nun wird die DM einmarschieren!« 

»Also die Republik Schwarzenberg, die gab es eigentlich nicht, der Name wurde ihr später gegeben. Und dass diese Zeit beendet wurde durch die sowjetischen Truppen – das war von uns gewünscht. Wir wollten, dass eine Besatzungsmacht kam. Wir konnten sie uns ja nicht aussuchen, wir mussten die nehmen, die kam. Auf eine längere Dauer hätten wir das gar nicht durchgehalten, ernährungsmäßig, wirtschaftsmäßig, was ärztliche Betreuung betraf. Deshalb sind Vergleiche mit heute schwierig.« Heym warf ein: »Wenn ich so höre, was der Herr Korb sagt, sage ich ihm: Heute wieder die Regierung übernehmen!« Unter Beifall sagte Korb: »Ich würd’s machen!« 

Ein Bürger, dessen Vater zu den damaligen Aktivisten gehörte, erklärte, dass sich die Aktionsausschüsse in den verschiedenen Orten des Kreises spontan gebildet hätten und in unterschiedlichen Proportionen aus ehemaligen Kommunisten und Sozialdemokraten zusammengesetzt waren. Es gab auch einen Bezirksausschuss vom ganzen Landkreis, der ein Gegengewicht zum Landrat darstellte. In Schwarzenberg sei der Ausschuss um parteilose Spezialisten erweitert worden, um den Eisenbahnverkehr, auch in die besetzten Gebiete hinein aufrechtzuerhalten. Sogar der Postverkehr funktionierte. Der Plan, die Hitlerbriefmarke zu ersetzen, musste allerdings aufgegeben werden. Um dennoch einen Akzent einer neuen Ära zu setzen, wurde sie mit der Silhouette des Schwarzenberger Schlosses überstempelt. Aus einer Nummer der in den sechs Wochen viermal erschienenen Zeitung Der Erzgebirgische Volksfreund las der Mann die Verlautbarung des neuen Landrats über die Herausgabe eines Notgelds am 18. 

Mai vor: »Infolge der gegenwärtigen Lage ist der Verkehr der Bankanstalten untereinander unterbrochen. Um die darauf zurückzuführende vorübergehende Stockung in der Bargeldversorgung des Landkreises Schwarzenberg zu überbrücken, gebe ich im Einvernehmen mit der Reichsbanknebenstelle Schwarzenberg Notgeldscheine in der Stückelung von zunächst Reichsmark 5, 10, 20 und 50 aus. Sie haben innerhalb des Landkreises Schwarzenberg und der Kreisstadt Aue unbeschränkte Zahlkraft. 

Auch außerhalb dieses Gebiets dürfte ihre Annahme an Zahlung statt keinen Schwierigkeiten begegnen.« 

Von einer »Republik Schwarzenberg« zu sprechen, hielt indes auch dieser Mann für übertrieben. »Die mussten in erster Linie die Ernährungslage sichern – auf Grund der vielen Menschen, die hier zusammengeballt waren, nicht nur Einwohner, sondern auch die Flüchtlinge, die Ausgebombten. Es stand ja nicht viel zur Verfügung. Das Wenige wurde dann versucht, gerecht zu verteilen. Nun mussten sie natürlich auch Vorräte, die noch bekannt waren, beschlagnahmen oder eben Wege finden, etwas zu beschaffen. So fuhren sie zum Beispiel ins Niederland, um dort etwas Essbares einzutauschen, gegen Emaillewaren und andere Dinge.« 

Heyms Roman hat die prosaischen Züge der unbesetzten Zeit nicht unberücksichtigt gelassen. Er beharrte aber darauf, aus ihr auch utopischen Nektar zu ziehen: »Es ist mir öfter vorgeworfen worden, dass der Roman ›Schwarzenberg‹ nichts ist als eine Utopie. Es ist möglich, dass ich ein unverbesserlicher Utopist bin. Und dass das, was ich mir einbilde, was die Menschen leisten könnten, nicht möglich ist, weil sie nicht begreifen, dass sie, wenn sie nicht sehr scharf aufpassen, ihrem eigenen Untergang entgegengehen. Aber andererseits weigere ich mich zu glauben, dass der Mensch nicht lernen könnte, dass er nicht nur ist wie eine Wanze, die dahinlebt, krepiert und dann verschwindet.« 

(1) Stefan Heym: Schwarzenberg. Buchverlag Der Morgen, Berlin 1990, S. 

123–134 

(2) Ebenda, S. 61 

(3) Er war lange Stellvertreter des Rates des Kreises gewesen, zuletzt Kaderleiter einer Papierfabrik. 

  

Sabine Kebir, geboren 1949 in Leipzig, arbeitet als Schriftstellerin, Essayistin und Literaturwissenschaftlerin. Am 1. März 2014 erschien von ihr an dieser Stelle der Rezensionsessay »Russlandfeindschaft ausgeblendet«. 

 

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Die Freiheit im Niemandsland 

Das sächsische Schwarzenberg erinnert an die unbesetzte Zeit nach Kriegsende vor 70 Jahren 

Von Hendrik Lasch 

 

Der Krieg war aus, doch es kamen keine Besatzer: Die Region Schwarzenberg blieb 1945 sechs Wochen lang unbesetzt. Bis zum Juni erinnert die Erzgebirgsstadt daran. 

Schwarzenberg. Eine Fahne der »Freien Republik«, die von Schachfiguren in die Höhe gestemmt wird: Diese Skulptur hat Jörg Beier ins Zentrum einer Ausstellung gerückt, mit der die Künstlervereinigung »Zone« aus Schwarzenberg an ein spektakuläres Kapitel der Stadtgeschichte erinnert. Als das NS-Regime am 8. Mai 1945 kapituliert hatte, blieben Stadt und Amtshauptmannschaft Schwarzenberg unbesetzt - ein 2000 Quadratkilometer großes Gebiet im Westerzgebirge mit 300 000 Menschen, unter ihnen viele Flüchtlinge. Erst sechs Wochen später rückt die Rote Armee ein. Bis dahin lenkten »Antifaschistische Aktionsausschüsse« die Geschicke in den 21 Städten und Dörfern der Region - im »Niemandsland«, wie es bald hieß. 

In: Neues Deutschland online vom 18.05.2015 

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Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/971351.die-freiheit-im-niemandsland.html 

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