Die meisten Pappnasen waren gar nicht dabei 

Peter-Michael Diestel, der letzte DDR-Innenminister, über die Wende, die Unrechtsstaat-Diskussion und die ausgleichende Frau Merkel 

 

Es scheint, in den letzten Wochen ist alles schon gesagt worden, was man über die deutsche Einheit wissen muss. Schreiben wir's in die Schulbücher, dann ist es für die Ewigkeit im gesellschaftlichen Bewusstsein. Einverstanden? 

Keineswegs. Mir ist zu viel verklärt worden. Überlegenheit des westlichen Systems? Preisgabe durch Moskau? Gorbatschow ist am 40. Jahrestag in die DDR gekommen, um mit Honecker einen Bruderkuss auszutauschen. Es gab nicht die Absicht, den Sozialismus abzuschaffen, es gab nicht die Absicht, der DDR zu erklären, dass sie jetzt die deutsche Einheit machen muss. Nein, die Ostdeutschen haben gesagt, wir müssen dieses System infrage stellen. Wenn also etwas in die Geschichtsbücher geschrieben werden soll, dann das: Wir, die Bürger der DDR – und nicht Bohley und Lengsfeld, sondern letztlich alle – haben dieses System von innen heraus abgeworfen. 

Peter-Michael Diestel 

In: Neues Deutschland online vom 10.02.2015 

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Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/961327.die-meisten-pappnasen-waren-gar-nicht-dabei.html 

 

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Nicht mal die Hälfte hält DDR für einen Unrechtsstaat 

Ostdeutsche haben zudem Schwierigkeiten, in der Bundesrepublik ihre »politische Heimat« zu erkennen 

Von Fabian Lambeck 

 

Auch 25 nach der deutschen Einheit fremdeln viele Bürger im Osten noch mit dem westdeutschen Demokratiemodell. 

Der Frage, ob die DDR nun ein Unrechtsstaat gewesen sei oder nicht, sorgte bei den Thüringer LINKEN im vergangenen Jahr für heftige Diskussionen. Während der Koalitionsverhandlungen von den Grünen zu einem Bekenntnis gedrängt, erkannte die Parteispitze - und qua Referendum auch die Basis - an, dass die DDR ein solcher Unrechtsstaat war. Doch eine Mehrheit der Bürger dieses Staates sieht das anders.  

In: Neues Deutschland online vom 19.02.2015 

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Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/962353.nicht-mal-die-haelfte-haelt-ddr-fuer-einen-unrechtsstaat.html 

 

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Ost und West kommen sich immer näher 

Ostbeauftragte fordert Angleichung der Renten / Deutschland »vereint, aber noch nicht eins« 

 

Vom Osten lernen? In vielen Bereichen haben sich die Einstellungen Ostdeutscher denen im Westen inzwischen angenähert. Doch es gibt Gegenbeispiele: Die Ostdeutschen haben das Frauenbild der Westdeutschen umgekrempelt, sagen Sozialwissenschaftler. 

Berlin. Die Deutschen in Ost und West nähern sich in ihren Einstellungen zu Gesellschaft und politischem System immer mehr an. So gebe es inzwischen in West (83 Prozent) und Ost (76 Prozent) eine außerordentlich hohe allgemeine Lebenszufriedenheit, sagte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), am Mittwoch bei der Vorstellung der Studie »Deutschland 2014 - 25 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit« in Berlin. 

In: Neues Deutschland online vom 19.02.2015 

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Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/962264.ost-und-west-kommen-sich-immer-naeher.html 

 

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