März 16, 2015  

Wir (die USA) werden von Kriegen begleitet bzw. betroffen. Europa wird, wie ich vermute, zwar nicht zu den großen Kriegen zurückkehren, aber es wird wieder zum menschlichen Normalfall zurückkehren: Es wird seine Kriege haben, seine Friedenszeiten, und es wird seine Leben verlieren. 

by Kommunisten-Online  

 

Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten. (Brecht) 

Der US-Imperialismus strebt nach Weltherrschaft – auch mittels Krieg 

 

George Friedman gibt die Ziele des US-Imperialismus unumwunden zu 

Kommentar der Redaktion K-online: 

 

Natürlich wissen wir im Moment noch nicht, was man in Rußland darüber denkt, aber so dumm sind die Russen natürlich nicht, daß sie die imperialistischen Bestrebungen solcher Ganoven à la Friedman nicht durchschauen würden. Es ist auch eine völlig falsche Fragestellung, wenn man die heutige Situation in einen solchen Kontext stellt und behauptet, es sei schon immer das Bestreben der USA gewesen, ein „Bündnis" zwischen Rußland und Deutschland zu verhindern. Das stimmt einfach nicht, da Rußland und die Sowjetunion zwei völlig verschiedene Staaten sind. Ein solches „Bündnis" gab es nicht und wird es wohl auch nicht geben. Aber das spielt hier keine Rolle. (Der Bruderbund zwischen der sozialistischen Sowjetunion und den anderen sozialistischen Ländern war etwas völlig anderes – das kann dieser Friedman natürlich nicht begreifen!) 

Viel wichtiger ist, daß dieses machtstrategische Hasardspiel dieses US-amerikanischen „Think Tanks" eine äußerst gefährlich Variante des deutschen Faschismus ist. Es haben sich in den letzten Jahren verstärkt Strukturen herausgebildet, die denen der Nazis augenfällig gleichen. Auch bei den deutschen Faschisten konnte man feststellen (und die sowjetischen Richter und Beobachter des Nürnberger Gerichts haben das getan): 

Bei den Verbrechen der Nazis handelte es sich um eine gegen den Frieden gerichtete Verschwörung, um ein auf die Erringung der Weltherrschaft gerichtetes Gewaltunternehmen, das bei seiner Vorbereitung und Durchführung „einen konspirativ zusammengeschlossenen Teilnehmerkreis"* voraussetzt.  

Die Auftraggeber sitzen in den Konzernzentralen der USA und denen der mulitnationalen Konzerne. 

Es versteht sich, daß die Finanzierer und Auftraggeber der Nazi-Diktatur, also das Großkapital alles Interesse daran hatten, sich von ihren Handlangern rechtzeitig zu distanzieren und nur diejenigen zu decken, die in Fall einer neuen Aggression mit Sicherheit wieder gebraucht würden, vor allem also die führenden Militärs.  

* siehe: Der Nürnberger Prozeß. Aus den Protokollen, Dokumenten…, Bd.I, S.26. 

Der Text des Video: 

Mein Name ist Dick Brand.und ich bin der Direktor der gemeinsamen Programme bei „The Chicago Council on Global Affairs". Danke Ihnen , daß Sie gekomen sind. Ich nutze diese Möglichkeit für die Begrüßung  von George Friedman hier bei „The Chicago Council". Ich denke, er ist zum ersten Mal hier. Danke, daß Sie bei uns sind. 

George Friedman: Kein Ort kann auf Dauer friedlich bleiben. Auch die USA nicht, ich meine wir (die USA) werden von Kriegen begleitet bzw. betroffen. Europa wird, wie ich vermute, zwar nicht zu den großen Kriegen zurückkehren, aber es wird wieder zum menschlichen Normalfall zurückkehren: Es wird seine Kriege haben, seine Friedenszeiten, und es wird seine Leben verlieren. Es wird keine 100 Millionen Tote geben, wie im letzten Krieg, aber die Idee von der europäischen Auserwähltheit wird, wie ich denke, dazu beitragen. Es wird Konflikte in Europa geben, es gab schon Konflikte in Jugoslawien – und jetzt in der Ukraine. 

Europas Beziehungen zu den Vereinigten Staaten – wir haben keine Beziehungen mit „Europa". Wir haben Beziehungen mit Rumänien, wier haben Beziehungen mit Frankreich, aber es gibt kein „Europa", mit dem die USA Beziehungen haben. 

Bitte der Herr dort. 

Frage: Ist der islamistische Extremismus die Hauptbedrohung für die Vereinigten Staaten, und wird er absterben oder wird er auch weiterhin fortbestehen? 

George Friedman: Er ist ein Problem für die Vereinigten Staaten, aber keine existentielle Bedrohung. Man muß sich damit befassen. Man muß sich damit angemessne befassen. Wir haben andere außenpolitische Interessen. Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt, sicherzustellen, daß dieser Fall nicht eintritt. 

Wenn Sie ein Ukrainer sind, werden Sie Ausschau danach halten, werr Ihnen als Einziger helfen kann. Und das sind die Vereinigten Staaten. Letzte Woche, oder etwa von 10 Tagehn war der Oberbefehlshaber der amerikanischen Bodentruppen in Europa, General Ben Hodges, zu Besuch in der Ukraine. Er kündigte dort an, daß die US-Militärberater („US-Trainers") demnächst offiziell  in die Ukraine kommen sollen. Eigentlich hat er dort Medaillen an die ukrainischen Kämpfer verteilt, obwohl das militärische US-Protokoll verbietet, daß Medaillen an Ausländer verliehen werden. Doch er tat das, weil er damit zeigen wollte, daß die ukrainische Armee seine Armee ist. Dann ging er weg. 

Die USA liefern Waffen und umzingeln Rußland 

Und die Vereinigten Staaten liefern an die baltischen Staaten Waffen, Artillerie und andere Militärausrüstungen. Die baltischen Staaten, Rumänien, Polen, Bulgarien – das ist ein sehr interessanter Punkt. Und gestern haben die Vereinigten Staaten angekündigt, daß sie vorhaben, Waffen an die Ukraine zu liefern. Das wurde dementiert, aber sie tun das. Die Waffen werden geliefert. Bei allen diesen Handlungen agieren die Vereinigten Staaten außerhalb der NATO. Weil – die NATO-Entscheidungen müssen von allen NATO-Mitgliedern einstimmig getroffen werden. Der Punkt bei der ganzen Sache ist, daß die USA ein „Cordon Sanitaire", einen Sicherheitsgürtel um Rußland herum aufbauen. Und Rußland weiß das. Rußland glaubt, die USA beabsichtigen, die Russische Föderatuion zu zerschlagen. Ich denke, wir wollen sie nicht töten, sondern nur etwas verletzen bzw. ihr Schaden zufügen. Jedenfalls sind wir jetzt zurück zum alten Spiel. 

Und wenn Sie einen Polen, Ungarn oder Rumänen fragen, sie leben in einer ganz anderen Welt als die Deutschen. Und die Deutschen leben in einer anderen Welt als die Spanier. Also es herrscht Uneinigkeit in Europa. Aber was die Ukrainer bevorzugen werden, das das werde ich Ihnen genau sagen: Sie werden versuchen, das Zischen seitens der USA zu vermeiden. 

Die USA als Weltgendarm 

Die Vereinigten Staaten kontrollieren aus ihrem fundamentalen Interesse heraus alle Ozeane der Welt. Keine andere Macht hat das jemals getan. Aus diesem Grund intervenieren wir weltweit bei den Völkern, aber sie können uns nicht angreifen. Das ist eine schöne Sache! Die Aufrechterhaltung der Kontrolle über die Ozeane und im Weltall begründet unsere Macht. Der beste Weg, die feindliche Flotte zu besiegen, ist es, zu verhindern, daß diese gebaut wird. Der Weg, den die Briten gegangen sind, um sicherzustellen, daß keine europäische Macht die Flotte bauen konnte, ist, daß die Europäer einander bekämpften. 

Die Politik, die ich empfehlen würde, ist die, die Ronald Reagan im Iran und Irak angewendet hat. Er unterstützte beide Kriegsseiten, so daß sie gegeneinander kämpften (Iran-Irak-Krieg 1980-88) und nicht gegen uns. Es war zynisch, es war nicht moralisch vertretbar, aber es hat funktioniert. Und das ist der Punkt – die Vereinigten Staaten sind nicht in der Lage, ganz Eurasien zu okkupieren. In dem Moment, wo unsere Stiefel den Boden berühren, sind wir demographisch zahlenmäßig unterlegen. Wir können eine Armee zerschlagen, aber wir sind nicht in der Lage den Irak zu besetzen. Die Idee, daß eine 130.000 Soldaten starke US-Armee ein Land mit 25 Millionen Menschen Bevölkerung okkupieren würde…  das Verhältnis zwischen der Anzahl der Polizisten  und der Einwohner von New York ist größer, als das Verhältnis zwischen den US-Soldaten und der irakischen Bevölkerung war. 

Die verbrecherische Militärstrategie der USA 

Also, wir sind nicht in der Lage, überall militärisch zu intervenieren, aber wir sind in der Lage 

  erstens:die gegeneinander kämpfenden Mächte zu unterstützen, damit sie sich auf sich selbst konzentrieren können, 

  zweitens: sie politisch, miltärisch zu unterstützen, ihnen Waffen zu liefern und US-Berater zu senden. Und 

  drittens: in außerordentlichen Fällen, wie wir in Japan vorgegangen sind, nein – in Vietnam, Irak und Afghanistan mit Präventivschlägen („spoiling attacks") zu intervenieren. Die Taktik der Präventivschläge beabsichtigt nicht, den Feind zu besiegen, sondenr sie verfolgt das Ziel, den Feind aus der Balance zu bringen. Das versuchen wir in jedem Krieg, wie z.B. in Afghanistan brachten wir Al-Qaida aus der Balance. 

 

Das Problem, das wir haben, seit wir so jung und dumm sind, daß wir die Feinde aus der Balance bringen. Anstatt uns zu sagen: „Wir haben den Job gut gemacht, laßt uns nach Hause gehen!" – sagen wir: „Mann, das war aber leicht, laßt uns hier noch eine Demokratie aufbauen!" Das war dem Moment der Geistesschwäche, von der wir befallen wurden. 

Gezielte und selektive USA-Interventionen 

Deswegen lautet die Antwort darauf: Die USA können nicht überall in Eurasien miltärisch intervenieren. Man muß selektiv intervenieren und möglichst selten. Eine militärische Intervention stellt für uns einen Sonderfall dar – die letzte Möglichkeit. Wir können nicht schon im ersten Schritt US-Truppen aussenden. Aber wenn wir die US-Truppen schicken, dann – und das haben wir schon aus Erfahrung  klar verstanden – muß die Intervention eingeschränkt erfolgen, und nicht gigantische Ausmaße erreichen. Hoffentlich haben wir das für dieses Mal verstanden. Gewöhnlich dauert es eine Weile, wenn die Kinder im Unterricht lernen. Aber Sie haben absolut recht, wir als Imperium können das (nämlich überall intervneieren) nicht tun. Die Briten haben Indien damals nicht okkupiert. Sie haben einfach die einzelnen Staaten Indiens genommen und ließen sie gegeneinander kämpfen. Die Briten haben britische Offiziere bei der indischen Armee installiert. 

Die alten Römer haben auch keine Truppen in entlegene Regionen außerhalb des Römischen Imperiums entsandt, sondern sie haben pro-römische Könige dort eingesetzt. Diese Könige wurden durch Rom eingesetzt, die im Dienste für das Römische Imperium in anderen Ländern regierten. Und diese Könige waren verantwortlich für die Aufrechterhaltung des (pro-römischen) Friedens an den Grenzen (des Imperiums). So war es z.B. bei dem Parther-Reich. 

Also die Imperien, welche versuchen, direkt in den okkupierten Gebieten zu regieren, solche Imperien scheitern, wie es mit dem Nazi-Imperium der Fall war. Weil niemand soviel Macht hat, um direkt zu regieren. Da muß mna schon klug vorgehen. Wie auch immer, unser Problem ist jetzt nicht das, sondern das bedeutet, daß wir ein Imperium als solches sind. 

Wir sollten aber deswegen nicht denken, daß wir uns entspannen können, nach Hause gehen und uns über nichts mehr Sorgen machen. Wir sind erst etwa im dritten Kapitel des Buches. 

Frage: Ich habe Sie so verstanden, daß die europäische Währung nicht überleben wird…. 

Und jetzt läßt Friedman die Katze aus dem Sack… 

George Friedman: Die Frage, die jetzt für die Russen auf dem Tisch liegt, ist, ob man die Ukraine als Pufferzone zwischen Rußland und dem Westen haben will, die wenigstens neutral bleiben wird.. Oder wird der Westen so weit in die ukraine vordringen, daß der Westen (also die NATO) nur 100 Kilometer von Stalingrad und 500 Kilometer von Moskau entfernt sein wird. Für Rußland stellt der Status der Ukraine eine existentielle Frage dar. Und die Russen können bei dieser Frage nicht so einfach weggehen und loslassen. Für die USA gilt: Wenn Rußland sich weiterhin so an die Ukraine hängt, dann werden wir Rußland stoppen. 

Deswegen starten die USA solche Maßnahmen, wie die, über die kürzlich General Hodges (der für Blamagen bekannt ist) gesprochen hat, und zwar über Eingreiftruppen in Rumänien, Bulgarien, Polen und in den baltischen Staaten. Damit begründet man das „Intermarum“ (das „Zwischenmeerland“), das Territorium zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee. Dieses Konzept arbeitete Piłsudski aus. Und das ist die von den USA bevorzugte Lösung,. 

Und die Sache, worauf wir keine Antwort parat haben, ist die Frage: Was wird Deutschland in dieser Situation unternehmen? Die reale unbekannte Variable in Europa sind die Deutschen. Wenn die USA diesen Sicherheitsgürtel aufbauen (nicht in der Ukraine, sondern zu dem Westen) – und der Einfluß der Russen in der Ukraine wird schwinden –, dann wissen wir nicht, wie die deutsche Haltung ausfallen wird. 

Deutschland befindet sich in einer sehr eigenartigen Lage. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ist im Aufsichtsrat von Gazprom. Die Deutschen haben ein sehr komplexes Verhältnis zu den Russen. Die Deutschen wissen selbst nicht, was sie tun sollen. Sie müssen ihre Waren exportieren, die Russen können ihnen Waren abnehmen. Andererseits verlieren sie die Freihandelszone, die sie brauchen, um andere Sachen aufzubauen. 

Die USA versuchen, Rußland und Deutschland gegeneinander auszuspielen 

Für die Vereinigten Staaten ist das Hauptziel, daß russisches Kapital, russische Technologien… ich meine deutsches Kapital, deutsche Technologien und die russischen Rohstoff-Ressourcen und die russische Arbeitskraft sich zu einer einzigartigen Kombination verbinden, die die USA seit einem Jahrhundert zu verhindern versuchen. 

Also, wie kann man das erreichen, daß diese deutsch-russische Kombination verhindert wird? Die USA sind bereit, mit ihrer Karte diese Kombination zu schlagen – und das ist die Linie zwischen dem Baltikum und dem Schwarzen Meer. 

(Die USA bauen einen Gürtel aus antirussischen Staaten auf, um Deutschland und Rußland voneinander abzuschneiden bzw. zu schwächen.) 

Für die Russen ist die entscheidende Frage, daß die Ukraine ein neutrales Land wird – kein pro-westliches. Weißrußland ist hier eine andere Frage. 

Nun – wer mir eine Antowrt darauf geben kann, was die Deutschen in dieser Situation tun werden, der kann mir auch sagen, wie die nächsten 20 Jahre der Geschichte aussehen werden. Aber unglücklicherweise müssen die Deutschen immer wieder eine Entscheidung treffen. Und das ist das ewige Problem Deutschlands. Deutschland ist wirtschaftlich enorm mächtig, aber gleichzeitig geopolitisch sehr zerbrechlich. Und sie wissen niemal, wie und wo sie ihre Exporte verkaufen können. Seit 1871 war das immer die „deutsche Frage" und die Frage Europas. 

Denken Sie über die „deutsche Frage" nach, welche jetzt wieder mal aufkommt. Das sie die nächste Frage, die wir stellen müssen, was wir aber nicht tun, weil wir nicht wissen, was die Deutschen tun werden. 

https://www.youtube.com/watch?v=oaL5wCY99l8&feature=share 

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