Eine beschissene Geschichte  

In Griechenland spielen die politischen Parteien keine Rolle mehr. Gezeigt wird in diesem Theater eine Katastrophe unter Masken.  

Eine Reportage Hansgeorg Hermann 

In: junge Welt online vom 28.09.2015 

 

  Der Held des griechischen Theaters sei der Chor, schrieb der Wiener Kulturphilosoph Egon Friedell Mitte der dreißiger Jahre in seiner »Kulturgeschichte Griechenlands«. Er hatte den Band eben zu Ende geschrieben, da rückten deutsche Truppen nach Österreich ein. Als er die Gestapo-Schergen in sein Haus vordringen sah, sprang Friedell aus dem Fenster und starb. Der Chor ist tatsächlich die »Vox populi«, die Stimme des Volkes, ist der geistige Kristallisationspunkt und das, worauf es im Stück am meisten ankommt. »In der griechischen Tragödie«, sagt Friedell, »gibt es keine Tageszeit, keine Jahreszeit, keine Witterung, keine Landschaft – überhaupt kein ›Hier‹: Es ist die berühmte Einheit des Ortes. Und die Einheit der Zeit besteht darin, dass das seelische Leben keine Entwicklung, keine Akte noch Zwischenakte hat.« 

  Man könnte wie Friedell behaupten, dass all dies, die Zeitlosigkeit des Ortes und die Raumlosigkeit des Ortes, seine Ursache in der Theaterform habe – und nicht in der Gesellschaft selbst. Beobachter der neuzeitlichen griechischen Tragödie seit dem Bürgerkrieg (1946–1949) würden ihm wohl recht geben. Die »Tragödie«, der Bocksgesang, die Huldigung an den Gott des Rausches, an Dionysos, ist ein ewig wiederkehrendes Schauspiel an den Ufern und auf den Inseln der Ägäis. Da ist immer etwas Demokratisches gewesen im Chor, der das Volk verkörpert, der an der Hybris der »Wohlgeborenen«, die das Personal stellen, reichlich Kritik übt. Was gezeigt wird, ist – nach Friedell – die »Katastrophe unter Masken«. 

Wie wahr. 

  Die Rolle ausländischer Mächte  Die Parlamentswahl vom vergangenen Wochenende hat den staunenden »Europäern« – so nennen die Griechen jene, die sie in der Antike »Barbaren« nannten – wieder vorgeführt, dass sie vom griechischen Leben wenig oder gar nichts verstehen. Seit der Bürgerkrieg für die Sieger über die Naziwehrmacht – die ELAS (Nationale Volksbefreiungsarmee) und ihren politischen Arm, die EAM (Nationale Befreiungsfront) – mit aller Briten und US-Amerikanern zur Verfügung stehenden Gewalt in die Niederlage geführt wurde, spielten politische Parteien sowenig eine Rolle wie das Wetter oder die Jahreszeit im klassischen griechischen Theater. Politische Parteien und ihre Protagonisten dienten »dem System« – also einem Dutzend griechischer Familien, eingebettet in ein größeres Ganzes, genannt Kapitalismus. Man mag die griechische Ordnung »Klientelsystem« nennen; es ist nur eine Bezeichnung. In anderen Teilen Europas verstieg man sich zu Begriffen wie »repräsentative Demokratie«, was so ziemlich das gleiche war und immer noch ist. 

  Mit dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945, als EAM und die Kommunistische Partei auf Druck der damals englischen (und nicht deutschen) Besatzer die Waffen abgaben, »war der Kampf um die Demokratie in Griechenland verloren«, schreibt der Mannheimer Historiker Heinz Richter in seinem großen Geschichtswerk »Griechenland zwischen Revolution und Konterrevolution«. Alle späteren Aktivitäten »waren nur noch Rückzugsgefechte, die Demokratie verlor den Kampf gegen die oligarchischen, reaktionären Kräfte der nun einsetzenden Konterrevolution«. Statt die staatlichen Behörden von Kollaborateuren zu befreien, wie es das Varkiza-Abkommen verlangte, wurden sie von EAM-Anhängern gesäubert. In der Regel saß ein früherer Partisan, ein Kämpfer gegen die deutschen Unterdrücker, eher im Gefängnis als ein Kollaborateur. Richter dazu: »Zwar gab es nach dem Ende des Bürgerkriegs verschiedene Regierungen, aber an der Kontrolle der Macht durch die griechische Rechte änderte sich nichts. Äußerlich erhielt sich Griechenland einen trügerischen Anschein von Demokratie. Dieser wurde so lange toleriert, als niemand es wagte, an der bestehenden institutionellen Struktur, an der gegebenen Machtverteilung und an dem Klientelverhältnis zu rütteln. Wieder, wie vor dem Krieg, waren der Hof, die Armee und die Rechtsparteien die Handlanger des ›ausländischen Faktors‹.« 

  Das klingt, wenn man nur den Begriff »Hof« (Monarchie) auslässt, als hätte der Historiker das erst gestern geschrieben und als bezöge er sich auf das, was sich in den vergangenen Monaten zwischen Heraklion und Thessaloniki abspielte. Der »ausländische Faktor« sorgte auch diesmal dafür, dass selbst eine so sozialdemokratisierte Regierungspartei wie die des am 20. September 2015 neugewählten Ministerpräsidenten Alexis Tsipras quasi in einem Staatsstreich entmachtet und erst nach der Unterschrift unter ein im Volk zu Recht als »Diktat« bezeichnetes drittes Memorandum wieder regieren durfte. Tsipras unterschrieb, wie seinerzeit die Vertreter des Zentralkomitees der EAM, eine »Kapitulation«, ohne einen Krieg verloren zu haben. Er unterschrieb sie mit dem Sieg der Volksabstimmung vom 5. Juli 2015 im Rücken, bei dem sich die Griechen für das Gegenteil dessen entschieden hatten, was der Regierungschef in den nächsten Jahren, auf Befehl aus Brüssel und Berlin, zu exekutieren haben wird. 

  Müdes Volk, müde Kämpfer  Die »Linksabspaltung« von Tsipras’ Syriza, zuvor auch »Linke Plattform«, nach der Parteigründung aber »Laiki Enotita« (LAE, Volkseinheit) genannt, schien in den Tagen vor der Wahl vom 20. September noch einmal so etwas wie Enthusiasmus entzünden zu können. Sogar der Generalsekretär der Kommunistischen Partei (KKE), Dimitris Koutsoubas, hatte seinen Vortrag bei der zentralen Wahlveranstaltung auf dem Syntagma-Platz zum ersten Mal ein wenig der Lage angepasst. Er versuchte sich in der feurigen Pose des Volkstribunen. Dabei ist er ein eher bescheidener, der freien Rede abgeneigter Mann, der sich lieber über das Parteiorgan Rizospastis zu Wort meldet. Von der aufgebauten Tribüne warfen bezaubernde Anhängerinnen des wuchtigen Vorsitzenden Blumen ins Volk. Die Szene ähnelte am Ende einer Siegesfeier in der Fußball-Champions-League. 

  Der Chef der LAE wusste bei seinem Wahlkampf um seine eigene Schwäche als Redner vor mehr als einhundert Personen. Er beschied sich mit zehn Minuten, in denen er vor allem »oxi« ins Mikrophon rief, um seine Nähe zu den Neinsagern des Referendums zu unterstreichen. Danach überließ er der geschmeidigen ehemaligen Parlamentspräsidentin Zoi Konstantopoulou die Bühne – und natürlich seinem Zugpferd, dem alten Kämpen und Volkshelden Manolis Glezos (92), der das immer noch am besten von allen kann: Die Fäuste ballen, die Adern schwellen lassen und die Revolution verkünden. Aber wann wird sie kommen? 

  Unter der Bühne, Glezos zu Füßen: alte Männer und Frauen, müde, wirklich müde Menschen, denen der politische Kampf von 50 Jahren und mehr tiefe Falten ins graue Gesicht gemeißelt hat. Der bisher vergebliche Kampf. LAE schaffte nicht mal den Einzug ins Parlament. Tsipras, der Mann, der nach den Worten des Marxisten und Syriza-Mitbegründers Giannis Milios »mit allen kann«, der große Kommunikator, der »Mann ohne Tiefgang«, wird an der Seite des Populisten Panagiotis Kammenos von der Anel-Partei erneut die »Regierung« fortführen. Fast die Hälfte der Wähler blieb diesmal zu Hause, die andere Hälfte, so beschreiben es die meisten Befragten, wählte Tsipras wieder, weil es halt keine echte Alternative gab. Jedenfalls keine, der man Vertrauen schenken sollte. Oder nur eine solche wie die KKE, die seit Jahrzehnten unbeweglich in ihrer Oppositionsecke verharrt. 

  Dörfer, Tourismus, Tagesgeschäft  Eine Fahrt nach Kreta. In das 500-Seelen-Dorf Vamos am Fuß der »Weißen Berge« (Lefka Ori), gelegen zwischen den beiden Provinzhauptstädten Rethymno und Chania. Das Restaurant »Sterna tou Bloumosifi« (Blumosifis Zisterne), normalerweise ein Ort wilder, ja revolutionärer Versammlungen, am Wahlabend ein öder, leerer Platz. Christos, der Koch, Spyros, der Besitzer, Giorgos, der Weinbauer, Manthos, der Lehrer. Sie haben alles gesagt, was zu sagen war. 

Das Ergebnis – 35,5 Prozent für Tsipras – ist schon jetzt Geschichte. 

»Eine beschissene Geschichte«, sagt inzwischen auch Spyros, der für den neuen, alten Ministerpräsidenten gestimmt hat, »aber was sollten wir machen«. 

  Am Abend zuvor, am Samstag, waren sie noch alle dagewesen, die meisten Unterstützer der »Volkseinheit«, und hatten Spyros fertiggemacht. Es ging um die entscheidende Frage, was eigentlich »links« sei in diesen unsicheren Zeiten, die so sehr an die Nachkriegszeiten und die Armut, das Analphabetentum, die Auswanderer erinnert. »Links« sei zum Beispiel die Konstante der Revolution, sagte Christos, der Koch. Die ständige Forderung nach der bisher in Griechenland noch nie verwirklichten Herrschaft der Arbeiterklasse, die Forderung nach Gerechtigkeit. So wie sie Nikos Kazantzakis in seinem berühmten Roman »Brudermörder« beschrieben hat. 

Manthos, der Lehrer, zitiert den Bauern aus dem »Brudermörder«, der in die Berge ging, um dort für die Gerechtigkeit zu kämpfen, der den Kollaborateuren, die ihn gefangengenommen haben und auslachen, erklärt, dass man diese Gerechtigkeit »auf die Schultern nehmen und hereintragen muss, weil sie keine Beine hat«. Das sei »links«. Auch heute noch und wohl in alle Ewigkeit. 

  Am Wahlabend dann gähnende Leere. Das Dorf wie ausgestorben. Kein Mut mehr, keine Hoffnung, wieder einmal. Wenigstens ist der Typ von der Nea Dimokratia nicht gewählt worden, sagt Spyros. Der mit dem Schnauzbart, der von der alten Schlägertruppe, die sich »Die Kentauren« nannte und den Paten der Partei den Weg zur Rednertribühne freiräumte – oder auch mal einen Oppositionellen durchprügelte, wenn der von den Kommunisten war. 

  Demokratie hereintragen  Eine Woche vor der Wahl hatte die im deutschen Blätterwald immer gerne »ehrwürdig« genannte International New York Times in Athen ein »Democracy Forum« veranstaltet – nicht das erste. 

Als müsse man die Demokratie – weil sie, wie Kazantzakis’ Gerechtigkeit, keine Beine hat – in jenes Land hereintragen, dem in der einst geplanten »Europäischen Verfassung« das Urheberrecht an diesem seltsamen Gebilde zugeschrieben wird, das wir Demokratie nennen. Bedeutende Redner, selbstverständlich. Paul Krugman etwa, der Ökonom, der seit der Griechenland-Affäre durch die Redaktionen und Parteibüros gereicht wird, als sei er – neben dem Franzosen Thomas Piketty und dem anderen US-Amerikaner, Joseph E. Stiglitz – der einzige, der uns erklären könnte, was eigentlich aus dem geworden ist oder werden soll, was »im Westen« als Demokratie bezeichnet wird. Und wie wir es anstellen sollen, dass diese Demokratie wegen des scheußlich vielen Geldes in so verdammt wenigen Händen das bleiben könnte, was der Begriff eigentlich sagen will: eine Volksherrschaft. Was sie in diesem speziellen Sinne natürlich noch nie war. 

  Neben dem Experten Krugman für demokratischen Kapitalismus standen jedoch auch »Speaker« auf der Liste, die wie Sir Richard Dearlove, früherer Führungsoffizier des British Intelligence Service MI6, oder die US-Amerikanerin Valerie Plame, frühere »CIA Operative«, in ihrem Leben eher weniger mit Demokratie zu tun hatten. Dafür umso mehr damit, dafür zu sorgen, dass es auf der Welt nicht allzu demokratisch zugeht. Dazu eine Handvoll europäischer und amerikanischer »Chief business correspondents«, die Tag für Tag dafür schreiben, dass Dollar und Euro ins rechte Licht gerückt, Katastrophen an »den Märkten« verhindert werden und nicht plötzlich ein Volk meint, dass es zum »System« einfach »oxi« sagen kann. Oder zu der Einheitswährung Euro, von der der Bundeskanzler Helmut Kohl meinte, sie könne auch die politische Einheit festschreiben. Das allerdings war so verwegen wie der Gedanke, dass, wer »Onkel Toms Hütte« von Harriet Beecher Stowe oder »Die gute Erde« von Pearl S. Buck gelesen hat, schon ein Antikapitalist oder gar ein guter Mensch sei. 

  Die Griechen fragen sich in diesen Tagen nicht nur, warum ihre Demokratie im Angesicht deutscher Macht- und Brüsseler Geldpolitik nicht funktionieren darf. Warum ihr »Nein« von der eigenen Regierung in ein »Ja« umgewandelt wird, warum Saalschläger Ministerpräsidentenkandidaten sind und warum ihre Oligarchen immer noch keine Steuern bezahlen. Sie stellen sogar so banale Fragen wie die, warum die Parthenon-Friese immer noch im British Museum in London stehen und nicht in ihrem neuen, herrlichen Akropolismuseum, wo doch die Briten angeblich die älteste Demokratie seit dem Ausbruch der Neuzeit ihr eigen nennen. 

  Auf dem Schiff nach Hause  Am Montag nach der Wahl dann die ganze Trauergemeinde auf dem Schiff nach Hause. Von Kreta nach Athen, zurück in ein Leben ohne Zukunft – so sehen es die jungen Menschen, die eigentlich nur in ihr Dorf gereist waren, weil die Wahl ein Grund hätte sein können, dorthin zurückzukehren für wenige Tage, wo der Großvater früher die Oliven erntete und alle zu essen hatten. Dafür aber kein Geld. Was sie jetzt auch nicht mehr haben, sogar in der Stadt nicht. »Astiki taxi« nennen die Griechen ihre Bourgeoisie, übersetzt heißt das »die städtische Klasse«. Es sollte bedeuten, dass jene, die das Dorf verließen und sich in die große Stadt wagten, in der Regel reich wurden. 

Und wenn nicht, dann hatten sie doch genug Geld, um Kleider zu kaufen und ihre Kinder zur Schule zu schicken. Das ist für die meisten wieder zum Traum geworden. Die Kinder haben zwar alle ein Telefon, ein Handy, wie die deutschen Touristen es nennen, aber das ist auch das einzige, was einer aus Deutschland Luxus nennen könnte. 

  Die Kaffeehäuser, in denen am Dienstag Morgen die Niederlage des »Oxi« wieder und wieder diskutiert wird, sind voll. Auch das ist wahr. Sie sind nicht mehr die Börse, an der beim kleinen griechischen »Metrio« die üblichen Tagesgeschäfte erledigt werden, von Mann zu Mann, von Händler zu Händler. Sie sind heute Sammelplätze der Arbeitslosen. Es gibt schon jetzt keine Beschäftigung. Im Winter wird alles noch viel schlimmer sein, sagen die jungen Leute, die auf dem Schiffsdeck nach Piräus in ihren Schlafsäcken kauern. Es sind auch die anderen Arbeitslosen da, die vielen tausend Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Irak, Nordafrika. In Griechenland war »illegale« Arbeit, ohne Papiere und Aufenthaltsgenehmigung, schon immer ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor. Die neuen Flüchtlinge, die nicht nur arbeiten wollen, sondern auch eine gute Schulbildung mitbringen, werden womöglich in die ohnehin raren Jobs des Mittelstands vordringen. So ist das im Kapitalismus: Krieg ist der Vater aller Dinge – und auch das hat ein Grieche gesagt. 

  Der Hafen von Piräus ist schmutzig. Täglich bringen die Schiffe des Oligarchen Vardis Vardinogiannis ganze Ladungen von armen Menschen nach Griechenland, denen seit vier Jahren die Bomben und Granaten auf die Häuser fallen, die geflohen sind, um wenigstens ihre Kinder zu schützen. 

Vardinogiannis und die anderen, die ihren sagenhaften Reichtum als Blockadebrecher mit illegalen Waffen und Öltransporten eingefahren haben, verdienen schon wieder. Sie haben die alten Kähne flottgemacht, mit denen sie keine normalen Fahrgäste mehr befördern konnten, die sie wegen der hohen Renovierungskosten nicht mehr in den Fährdienst schickten, und beladen sie mit Menschen, für die das europäische Regelwerk offenbar nicht gilt. Es gelten nicht die Regeln für Hilfesuchende, es gelten nicht die technischen Regeln für den sauberen Betrieb von Schiffen, es gelten dafür die Regeln von Angebot und Nachfrage. Viele Flüchtlinge, viele Schiffe, viel Profit. Die EU gibt den Griechen – nicht allzuviel, aber immerhin – Geld, damit sie den Reedern, den Oligarchen also, die keine Steuern bezahlen, die Flüchtlingstransportkosten erstatten. 

  Vielleicht könnten die Europäer, die Deutschen vor allem, wenigstens das vom Kulturphilosophen Egon Friedell lernen: dass wir durch das griechische Theater, durch die Tragödie, die menschlichen Affekte im befreienden Bild erblicken, wodurch unsere eigenen sich ebenfalls zu Sinnbildern sublimieren, die Mitleid und Furcht bloß bedeuten, aber nicht wirklich sind. »Die tragische Sympathie ist, obschon sie uns ebensostark zu erschüttern vermag wie die reale, dennoch ein ins Philosophische gehobener Affekt, der unser Seelenleben reinigt«, schreibt Friedell. Wie wahr. Und genau das haben wir alle wirklich nötig. Im klassischen Athen erlebte eine neue Tragödie gewöhnlich nur eine einzige Aufführung, weil ja die ganze Stadt zugegen war. Das ist in Zeiten der politischen Tragödie nicht mehr so. Sie wird in diesen Tagen, nicht nur in Athen, rund um den Kalender dauernd wiederholt. 

  Hansgeorg Hermann ist freier Journalist und lebt in Paris. Am 16.9.2015 verfasste er für die Themaseiten eine Situationsanalyse der französischen Grünen. 

 

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