Keine Klone  

Aufstrebende Wirtschaftsmächte bedrohen die Hegemonie der entwickelten Länder des Westens. Sie folgen dabei ebenfalls kapitalistischen Prinzipien, ohne aber die Gesellschaften in den Mutterländern des Kapitals zu kopieren. Das Beispiel Südafrika  

Jörg Goldberg 

In: junge Welt online vom 18.08.2015 

 

Seit den 1990er Jahren verschieben sich die ökonomischen Kräfteverhältnisse im globalen Kapitalismus: Produzierten 37 entwickelte kapitalistische Länder des Westens (ein Fünftel der Weltbevölkerung) noch 1990 fast zwei Drittel der globalen Güter und Leistungen, so liegt ihr Anteil heute bei 42 Prozent. 159 Schwellen- und Entwicklungsländer des Südens (vier Fünftel der Weltbevölkerung) erzeugen heute 58 Prozent der Weltproduktion. Derzeit erleben wir – wie von Rosa Luxemburg erwartet – »die Industrialisierung und kapitalistische Emanzipation der früheren Hinterländer des Kapitals«¹, wodurch die globale Hegemonie des Westens in Frage gestellt wird. Dieser als »Aufstieg des Südens«² bezeichnete Prozess wird durch fünf Buchstaben symbolisiert: Die BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China), ursprünglich die Marketingidee eines Investmentbankers, haben sich zusammengetan und gründen, erweitert um das »S« von Südafrika, regional und global agierende Organisationen, die die Vormacht vom Westen beherrschter globaler Einrichtungen wie Weltbank und Internationaler Währungsfonds beschränken. 

Triumph und NiedergangAlles dies geschieht unter kapitalistischen Vorzeichen. Zur Überraschung der Modernisierungstheoretiker aber ist mit dem weltweiten Sieg des Kapitalismus nicht die Übernahme jener gesellschaftlichen Institutionen der westlichen »Moderne« verbunden, welche viele als unabdingbare Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung erachteten: Individuelle Eigentumsrechte, Marktfreiheit, Trennung von Ökonomie und Politik (d.h. Unterordnung der Politik), Vertragsfreiheit und -sicherheit, Auflösung von Verwandtschaftsbeziehungen und Individualisierung. Wir erleben vielmehr, dass sich der Kapitalismus der »neukapitalistischen« Länder mit historisch gewachsenen, traditionellen Institutionen verbindet und diese verändert, aber ohne die europäisch/nordamerikanischen »Vorbilder« zu kopieren. Im Ergebnis finden wir heute eine große Vielfalt von kapitalistischen Ländern, deren Gesellschaften geprägt sind von jeweils unterschiedlichen historisch gewachsenen Kulturen und sozialen Verhältnissen. 

Begriffe wie Staatskapitalismus, Netzwerkkapitalismus oder oligarchischer Kapitalismus sind eher hilflose Bezeichnungen für dieses Phänomen, die zudem implizit das westeuropäisch/nordamerikanische »Modell« zum Maßstab nehmen. Tatsächlich aber »erfindet« jede Gesellschaft ihren Kapitalismus neu. Der chinesische Kapitalismus z. B. unterscheidet sich grundlegend von der westeuropäisch/nordamerikanischen Variante, aber auch vom indischen bzw. vom lateinamerikanischen Weg. Um diese Unterschiede einzuordnen, muss man sich zunächst klarmachen, was – bei allen Unterschieden – kapitalistischen Gesellschaften gemeinsam ist. In jeder kapitalistischen Gesellschaft werden wirtschaftliche und soziale Dynamik durch zwei regulierende Elemente geprägt: durch die Kapitalakkumulation, die Verwandlung von Profit in Kapital als schrankenloses Zwangsgesetz, was zugleich die maximale Unterwerfung der Arbeit beinhaltet, einerseits, und den Kampf der Ausgebeuteten mit dem Ziel, dieser Tendenz des Kapitals Schranken zu setzen, d. h. den Klassenkampf zwischen Arbeit und Kapital, andererseits. Akkumulation und Klassenkampf als die wirtschaftliche und gesellschaftliche Dynamik bestimmenden Triebkräfte machen den Kern der kapitalistischen Produktionsweise aus, wobei die konkreten Formen, die diese regulierenden Elemente annehmen, durch jeweils unterschiedliche, historisch gewachsene Institutionen geprägt werden. Dass der »Aufstieg des Südens« kein geradliniger Prozess ist, wie aktuelle Krisen z. B. in Brasilien und Russland zeigen, kann daher nicht überraschen: Krisen sind Existenzbedingungen von Kapitalakkumulation und Klassenkampf. 

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, den die begriffliche Unterscheidung zwischen Produktionsweise und Gesellschaftsformation verdeutlicht: Eine Gesellschaftsformation beschreibt die Totalität eines konkreten Landes bzw. einer Region. Dabei dominiert meistens (nicht immer) eine bestimmte Produktionsweise. Wenn wir ein Land oder eine Region kapitalistisch nennen, so müssen wir uns vor Augen halten, dass sich die dominierende kapitalistische Produktionsweise immer mit anderen, vorkapitalistischen verbindet: Wenn diese bedeutend sind, sprechen wir von »Artikulation«, d. 

h. gegenseitiger Durchdringung, unterschiedlicher Produktionsweisen. 

Modernes Beispiel von Artikulation sind globale Wertschöpfungsketten, in denen sich – wie z. B. bei der Produktion der Apple-Geräte – sklavenähnliche Produktionsverhältnisse in afrikanischen Minen verbinden mit der kapitalistischen Ausbeutung von Wanderarbeitern in chinesischen Industriebetrieben und von »Kreativen« im US-amerikanischen Silicon Valley. Die kapitalistische Produktionsweise entfaltet sich – um mit Marx zu sprechen – in unterschiedlichen »historischen Milieus« (MEW 19, S. 

386), wobei es allerdings, anders als z. B. das »Kommunistische Manifest« erwartet hatte, nicht zur Einebnung der Unterschiede kommt: Auch bei Dominanz kapitalistischer Produktionsverhältnisse werden immer wieder vorkapitalistische Produktionsweisen und traditionelle Sozialbeziehungen reproduziert. 

Kapitalismus besonderen TypsDass dies so ist, soll im Folgenden am Beispiel der Republik Südafrika (RSA) deutlich gemacht werden. Südafrika eignet sich besonders gut, weil es teilweise ein entwickeltes kapitalistisches Land ist: Die Industrialisierung Südafrikas setzte in den 1870er Jahren ein, als Diamanten, Gold und andere Bodenschätze gefunden wurden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Südafrikas Pro-Kopf-Einkommen höher als das einiger europäischer Länder, bis in die 1960er Jahre hinein gehörte die RSA zu den dynamischsten Industrieländern der Welt. 

Trotzdem unterscheidet sich ihre Gesellschaft grundlegend von anderen kapitalistischen Ländern sowohl des Westens als auch des Südens. 

Südafrika wird oft als »Kapitalismus besonderen Typs« beschrieben.³ Dabei steht das historische Erbe der Rassentrennung im Vordergrund. 

Wirtschaft und Gesellschaft Südafrikas – sowohl das Akkumulationsregime als auch die sozialen Auseinandersetzungen – sind bis heute, mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid, durch die Rassenfrage geprägt. Deren historische Verbindung mit der Klassenfrage wird in einem amtlichen Bericht von 1932 beleuchtet, der den bezeichnenden Titel »Das Problem der armen Weißen in Südafrika« trägt. Die Autoren stellten damals besorgt fest, dass eine wachsende Zahl von armen landlosen Weißen begann, sich mit schwarzen Gemeinschaften zu verbinden. Sie verrichteten niedrige Arbeiten zu geringen Löhnen und lebten in »gemischtrassigen« Slums wie Sophiatown oder Alexandria. Die alarmierte Regierung ergriff Maßnahmen, um die Situation der armen Weißen zu verbessern und die Rassenschranke zu festigen. Dies war erfolgreich und wurde nach 1948 in die Form der Apartheidgesetze gegossen. Bis in die 1970er Jahre hinein entwickelte sich eine Form des Kapitalismus, bei der die Lohnkosten einfacher (schwarzer) Arbeit administrativ niedrig gehalten wurden, indem man die Reproduktionskosten auf die Familien in schwarzen »Homelands« abwälzte: Ziel war die »Artikulation« von kapitalistischer Minen-, Farm- und Industriearbeit mit der traditionellen Subsistenzwirtschaft der »Homelands«. Dieses Modell war zunächst erfolgreich und ermöglichte nicht nur hohe Profite, sondern auch die Privilegierung der weißen Arbeiter, denen die qualifizierten Tätigkeiten vorbehalten blieben. 

In den 1970er Jahren stieß dieses Regime an seine Grenzen: Die Qualifikationsanforderungen der Minen- und Industriearbeit nahmen zu; vor allem aber erwies sich die Wirtschaft der Homelands, die in die abgelegensten und unfruchtbarsten Gebiete des Landes abgedrängt wurden, als unzureichend. Elemente der »Artikulation« von kapitalistischen Produktionsverhältnissen mit traditioneller Subsistenzwirtschaft gibt es allerdings noch immer: Wanderarbeiter aus afrikanischen Ländern erhalten befristete Verträge und kehren nach deren Ablauf in ihre Heimat zurück, wo die Familien von Subsistenzlandwirtschaft und anderen »informellen« Aktivitäten leben. 

Das Erbe der Rassentrennung bestimmt auch heute noch Akkumulationsregime und soziale Verhältnisse der RSA, obwohl inzwischen eine bedeutende schwarze Mittelklasse entstanden ist. Im Mittelpunkt des südafrikanischen Akkumulationsregimes steht der »Minerals-Energy Complex« (MEC), d.h. die Förderung und (energieintensive) Verarbeitung von Rohstoffen, die zusammen mit vor- und nachgelagerten Produktionsstufen etwa ein Viertel der südafrikanischen Produktion ausmacht. Die Konzerne des MEC haben sich nach 1994 internationalisiert und mit der globalen Finanzwirtschaft verbunden. 

Dieses Herzstück der südafrikanischen Wirtschaft ist nach wie vor in weißen Händen: 2008 waren immer noch 93 Prozent der an der Johannesburger Börse notierten Anteile »weiß«. Der »schwarze« Anteil am MEC konzentriert sich auf wenige mit der ANC-Regierung verbundene Personen. 

Die neue schwarze Mittelklasse besteht überwiegend aus Leitungspersonal im öffentlichen Sektor, weniger aus selbständigen Unternehmern: Ein Überblick über das Topmanagement zeigt, dass im öffentlichen Sektor inzwischen 61 Prozent der Manager schwarz sind, nur noch 21 Prozent weiß. 

Dagegen sind im privaten Sektor nur 13 Prozent der Topmanager schwarz, aber 74 Prozent weiß. Die neue schwarze Bourgeoisie profitiert von der Förderpolitik der ANC-Regierung: Positive Diskriminierung (»affirmative action«) und Black Economic Empowerment (BEE) nutzen der schwarzen Oberschicht, während die Armut schwarz bleibt: Zur untersten Einkommensgruppe (Haushaltseinkommen unter 800 Rand/100 EUR) gehören 63 Prozent der schwarzen Familien, aber nur vier Prozent der Weißen. Zur obersten Einkommensgruppe (über 16.000 Rand/2000 EUR) gehören ein Prozent der schwarzen, aber 29 Prozent der weißen Haushalte. Trotzdem gehen die im MEC verankerte alte weiße Bourgeoisie und die politisch vernetzte bzw. 

kleinbetrieblich organisierte neue schwarze Bourgeoisie getrennte Wege: Versuche, beide Gruppen in einheitlichen Unternehmerverbänden zu organisieren, scheiterten. Heute steht die (weiße) »Business Unity South Africa« (BUSA) dem »Black Business Council« (BBC) gegenüber. Auch auf der Seite der Arbeiter bleiben die »Rassen« unter sich: Der wichtigste gewerkschaftliche Dachverband, Teil der Regierungskoalition (»Congress of South African Trade Unions« – COSATU), ist schwarz; allerdings gilt er, verstärkt nach dem Marikana-Massaker 2012, immer mehr als Vertretung der besserbezahlten, festangestellten schwarzen Arbeiter. Der weiße gewerkschaftliche Dachverband ist die »Federation of Unions of South Africa« (FEDUSA). 

Rassistisch strukturiertEs ist bekannt, dass die ANC-Regierung nach einer Übergangsphase 1996 ein neoliberales Programm annahm, das sich – mit Abweichungen – an den Prinzipien des Washington Consensus orientiert: Deregulierung, Liberalisierung, Privatisierung. Es enthält allerdings wohlfahrtsstaatliche Elemente: Die Zahl der Empfänger staatlicher Sozialleistungen verfünffachte sich zwischen 1999 und 2008 von 2,7 auf 12,4 Millionen, u. a. eine Reaktion auf die extrem hohe Arbeitslosigkeit (je nach Systematik zwischen 25 und 40 Prozent der Erwerbspersonen). Die im großen und ganzen dem westlichen Mainstream folgende Wirtschaftspolitik hat aber – in Verbindung mit BEE – nicht zu einer Anpassung des südafrikanischen Kapitalismus an westliche »Vorbilder« geführt, sondern im Gegenteil seine Besonderheiten verstärkt: »Die Sozialstruktur des Landes, der extrem hohe Stand von Armut und sozialer Ungleichheit, ihr Rassencharakter führen in Verbindung mit den jungen politischen Veränderungen dazu, dass Südafrika ein grundlegend anderer Ort ist als die USA, Westeuropa, China, Indien, selbst die aufstrebenden Staaten Südostasiens«, schreibt ein Beobachter.¹⁰ 

Wie sehr die neoliberale Wende von 1996 alte Strukturmerkmale verfestigt, kann an der heiligen Kuh marktwirtschaftlicher Systeme, den individuellen Eigentumsrechten, gezeigt werden. Diese, definiert als »vollständige rechtliche Herrschaft einer Person über eine (…) Sache«¹¹ wurden in Südafrika, entgegen den ursprünglichen Zielen des ANC, in der Verfassung von 1996 verankert. Eigentumsrechte gab es in der Periode der Apartheid nur für Weiße; Eigentum der nicht-weißen Gruppen wurde missachtet, Schwarze konnten faktisch kein Privateigentum erwerben. Das Land in den Homelands war Staatseigentum, von der Regierung eingesetzte »Stammesführer« konnten lediglich Nutzungsrechte vergeben. Die Anerkennung der bestehenden Eigentumsverhältnisse bedeutete gleichzeitig die Legitimierung der unter der Apartheid durchgeführten Enteignungen: Die »rein formale Gleichstellung in Hinblick auf den Erwerb zukünftiger Eigentumsrechte (impliziert) die Akzeptanz einer Ausgangsverteilung, die nicht das Ergebnis freiwilliger Marktransaktionen, sondern gezielter Diskriminierung ist« stellt eine liberale Autorin fest.¹² Im »historischen Milieu« Südafrikas bedeutet die Übernahme von Institutionen der westlichen »Moderne« – in diesem Fall der unbeschränkten individuellen Eigentumsrechte – in Wirklichkeit die Festschreibung rassistisch strukturierter Eigentumsmonopole. 

Gleichermaßen inhumanDas Beispiel Südafrika zeigt, dass selbst dann, wenn sich die Wirtschaftspolitik an Vorgaben des marktwirtschaftlichen Mainstreams orientiert, also versucht, den Westen zu imitieren, die Ergebnisse keinesfalls zur Anpassung der Gesellschaft an das europäisch/nordamerikanische Vorbild führen. Dies gilt auch in anderen Fällen. Rana Dasgupta schildert in seinem Buch über die indische Geldmetropole Delhi, wie deren Integration in die globale Finanzwirtschaft die Stadt verwüstet, ohne dass diese sich europäisch/nordamerikanischen Strukturen annähert. Er schlussfolgert: »Die Milliarden Menschen, die gegen Ende des 20. Jahrhunderts jählings dem globalen Kapitalismus ausgesetzt werden, haben sich nie auf diese Weise mit ihm arrangiert (…) Es war klar, dass sie ganz andere Wege finden mussten, den Kapitalismus in ihre Sozialstruktur aufzunehmen, und dass sie dadurch das Wesen des kapitalistischen Systems verändern würden.«¹³ 

Die Vielfalt und Gleichwertigkeit von Institutionen und Kulturen zu konstatieren heißt nicht, diese gutzuheißen oder romantisch zu verklären. Die sich im Süden entwickelnden kapitalistischen Gesellschaften sind nicht humaner als die des Westens. Das Ziel, »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist« (Marx, MEW 1, S. 385) kann aber nur von den betroffenen Menschen und Gesellschaften selbst erreicht werden, niemals durch Interventionen von außen, seien diese auch noch so wohlmeinend. Der Versuch, der Welt die Gesetze und Institutionen des Westens aufzuzwingen, oft verkleidet als Versuch der Ausbreitung westlicher »Werte«, trägt zu einem erheblichen Anteil Schuld an aktuellen Fehlentwicklungen und globalen Konflikten, musste entsprechende Gegenreaktionen seitens der gedemütigten Gesellschaften auslösen. Man muss dabei nicht nur an die katastrophalen Folgen »humanitärer Interventionen« im Nahen Osten oder in Afghanistan denken. 

Auch die vom Westen betriebene Handelspolitik, bei der versucht wird, die gesellschaftlichen Strukturen der »Partnerländer« an Interessen westlicher Konzerne anzupassen, verursacht dort wirtschaftliche und soziale Verwerfungen. Der Westen könnte am meisten zur Lösung der sozialen Probleme des Südens beitragen, wenn er seine kurzsichtigen Interventionen unterlassen würde. Damit ist allerdings kaum zu rechnen. 

Anmerkungen 

1 Rosa Luxemburg: Die Akkumulation des Kapitals, Gesammelte Werke Bd. 5, Berlin 1975, S. 365 

2 Der »Bericht über die menschliche Entwicklung« der UN von 2013 ist mit »Der Aufstieg des Südens« betitelt 

3 Siehe die Analyse der südafrikanischen Wirtschaft in: Jörg Goldberg, Überleben im Goldland. Afrika im globalen Kapitalismus, Köln 2008 

4 Kevin Durrheim et. al.: Race trouble. Race Identity and Inequality in Post-Apartheid South Africa, Scottsville 2011, S. 2 

5 ebd., S. 19 

6 Entsprechend der vom Apartheidregime eingeführten Bevölkerungseinteilung: Weiße (12,5 %), Asiaten/Inder (2,5 %), Farbige (9%), Schwarze (76 %) 

7 Durrheim, a.a.O., S. 18 ff. 

8 Simone Claar: The Political Economy of South Africa: A Class Analysis in the Context of the Economic Partnership Agreement Negotiations, Frankfurt/M. 2015, S. 136 

9 Während eines Streiks in der zum Lonmin-Konzern gehörenden Platinmine Marikana, an der ANC-Politiker Cyril Ramaphosa, einer der reichsten Männer des Landes, Anteile hält, wurden 34 Bergleute von der Polizei erschossen. 

10 Adam Habib, South Africa’s Suspended Revolution, Ohio 2013, S. 74 

11 Alexandra Lang: Zur Differenzierung marktwirtschaftlicher Systeme, Frankfurt/M. 2000, S. 64 

12 Ebd., S. 144 

13 Rana Dasgupta: Delhi. Im Rausch des Geldes, Berlin 2014, S. 453 f. 

Jörg Goldberg ist Autor des Buchs: »Die Emanzipation des Südens. Die Neuerfindung des Kapitalismus aus Tradition und Weltmarkt«, PapyRossa Verlag, Köln 2015, 326 Seiten, 18,90 Euro, auch im jW-Shop erhältlich.  

 

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