SAP-Vorstand plädiert für Grundeinkommen 

Leukert: Bedingungen für faires Einkommen nicht der Wirtschaft überlassen / Wegen Digitalisierung: Unternehmen und Staat sollen mehr für Bildung tun 

 

Berlin. Abermals spricht sich ein führender Manager eines Technologiekonzerns für ein Bedingungsloses Grundeinkommen aus - damit könne man die sozialen Folgen der vierten industriellen Revolution abfedern. In einem Gespräch mit der »Frankfurter Allgemeinen«[1] erklärte SAP-Vorstand Bernd Leukert, er sei »der Meinung, dass man die Bedingungen für ein faires Einkommen nicht der Wirtschaft überlassen sollte. Hier ist die Politik gefragt, den richtigen Rahmen zu setzen.« Die gesamte Gesellschaft werde von der vierten industriellen Revolution große Vorteile haben, so Leukert. 

In: Neues Deutschland online vom 22.01.2016 

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Links: 

    1. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/weltwirtschaftsforum/sap-vorstand-leukert-sagt-ein-grundeinkommen-hilft-allen-14026906.html
    2. http://www.zeit-verlagsgruppe.de/presse/vorabmeldungen/

Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/999011.sap-vorstand-plaediert-fuer-grundeinkommen.html 

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»Man muss das System umorganisieren« 

Lisa Paus von den Grünen, Martin Delius von den Piraten und Olaf Ostertag von der Linkspartei über Chancen und Perspektiven eines Bedingungslosen Grundeinkommens 

 

In Finnland wird es demnächst ernst: Die dortige Regierung will 2017 ein erstes Experiment zum Grundeinkommen mit 10 000 Bürgern starten. In Deutschland scheint die Diskussion eingeschlafen. Auch die Parteien aus dem progressiven, links-alternativen Lager setzen kaum Impulse ... 

Paus: Wir haben eine Große Koalition im Deutschen Bundestag, die manche Streitereien hat, aber in dieser Frage sich völlig einig ist, dass das Grundeinkommen jenseits dessen ist, was sie bereit sind, zu diskutieren. Wir als Oppositionsfraktion haben da schlichtweg ein Problem: Es gibt keine nennenswerte Debatte. 

Delius: Wir haben in Deutschland einen Arbeitsbegriff, den wir Lohnarbeit nennen und der mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen oder mit einem Bürgergeld, das bedingungslos ausgezahlt wird, einfach nicht vereinbar ist. Dabei blendet man die sich verändernde Situation am Arbeitsmarkt aus. 

Paus: Genau. Es gibt angeblich keine Krise der Lohnarbeit, da wir vermeintlich fast Vollbeschäftigung haben. 

Delius: Ja. Das liegt aber nicht daran, dass wir jetzt genügend auskömmlich bezahlte Arbeitsplätze hätten, sondern dass wir einfach alles als Arbeit definieren, was irgendwie von irgendwem, wenn auch schlecht bezahlt, geleistet wird. Dass in Zukunft einfach Roboter die meisten dieser Tätigkeiten übernehmen werden, das ist eine Debatte, die in Deutschland nicht stattfindet und das ist wirtschaftspolitisch und sozialpolitisch meiner Meinung nach das Hauptargument für eine solche radikale Umstellung des Sozialstaats, die ein Bedingungsloses Grundeinkommen mit sich brächte. 

In: Neues Deutschland online vom 18.01.2016 

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Die drei Politiker werden ihre Diskussion am heutigen Abend im Münzenbergsaal des FMP1 (nd-Gebäude) am Franz-Mehring-Platz 1 fortsetzen. Veranstaltungsbeginn ist 19.30 Uhr. 

Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/998429.man-muss-das-system-umorganisieren.html 

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