Er wächst und wächst – der Reichtum in der Welt  

Die Zahl der „Ultrareichen" wuchs schneller als das globale Gesamtvermögen  

In: unsere zeit online vom 24.10.2014 

 

So viel Reichtum wie 2014 gab es noch nie. Das ergibt sich aus dem jüngsten „Global Wealth Report" („Weltvermögensbericht") der Schweizer Großbank Credit Suisse. 

Trotz des „weiterhin schwierigen globalen wirtschaftlichen Umfelds" – eine vornehme Umschreibung für die neuerlichen Stagnations- und Krisentendenzen, besonders in Europa – sei das Vermögen der privaten Haushalte weltweit „auf ein neues Rekordniveau" gestiegen, heißt es in dem Report, den das Forschungsinstitut der Schweizer Bank am 14. Oktober veröffentlichte. Zwischen Mitte 2013 und Mitte 2014, also innerhalb eines einzigen Jahres, sei die Gesamtsumme der privaten Vermögenswerte um 8,3 Prozent angewachsen. In absoluten Zahlen ein Zuwachs um mehr als 20 Billionen Dollar. Das ist drei mal soviel, wie die Staatshaushalte der USA, Japans, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens zusammen in einem Jahr einnehmen – in Ziffern: 20 000 000 000 000 Dollar. 

Und das war nur der Zuwachs in einem Jahr. Das weltweite Gesamtvermögen beläuft sich laut dem Bericht derzeit auf 263 Billionen Dollar. Mehr als das Doppelte im Vergleich zum Jahr 2000 (117 Bio. $). Die Gesamtsumme liegt 20 Prozent über dem höchsten Stand vor der Krise von 2007. Das heißt, die Vermögensbesitzer haben die Krise ohne Verluste überstanden. 

Aber natürlich gilt das nicht für alle in gleicher Weise. Der globale Vermögensbesitz ist bekanntlich äußerst ungleich verteilt. Die Hälfte der Weltbevölkerung verfügt über nur 1 Prozent des weltweiten Reichtums. Demgegenüber stieg der Anteil des reichsten Zehntels der Weltbevölkerung laut dem Credit-Suisse-Report von 67 Prozent im Jahr 1989 bis zum Krisenjahr 2007 auf 72 und dann weiter auf 75,3 Prozent im Jahr 2013 (nach anderen Quellen beläuft sich der Anteil des obersten Zehntels auf 87 Prozent). 

Insgesamt soll es heute 34,8 Millionen Menschen in der Welt geben, die mehr als 1 Million Dollar Vermögen besitzen. 

2013 waren es noch knapp 31 Millionen. 

Aber die große Mehrheit dieser Millionäre ist laut Credit Suisse in dem untersten Segment der Reichtumspyramide mit einem Vermögen von 1 bis 5 Millionen Dollar angesiedelt (30,8 Mio. Personen). Nach dieser „Basis" kommen erst die „richtig Reichen", nämlich 2,5 Millionen „Individuals", die zwischen 5 und 10 Mio. Dollar besitzen, und knapp 1,4 Millionen mit einem Vermögen zwischen 10 und 50 Mio. Schließlich folgt die absolute Spitze mit mehr als 50 Mio. Dollar Vermögen. Sie werden in dem Report dezent als „hochvermögende" und „ultrahochvermögende Personen" („Ultra High Net Worth Individuals" – UHNWIs) bezeichnet. Ihre Zahl ist laut Credit Suisse weltweit im Jahr 2014 auf 128 200 Personen angewachsen. 45 220 davon haben ein Vermögen von über 100 Millionen und 4 300 kommen sogar auf über 500 Millionen. 

Die „Ultrareichen" sind ungleichmäßig in der Welt verteilt. Der Löwenanteil, nämlich 62 800 oder 34,7 Prozent der Gesamtzahl, residiert in den USA. 

Aber Europa liegt mit einem Anteil von 32,4 Prozent dicht dahinter. 

Die Credit-Suisse-Autoren vermerken in ihrem Bericht, dass die Zahl der Millionäre und Milliardäre schneller gewachsen ist als das statistische Durchschnittsvermögen. 

Mit anderen Worten: die ungleiche Vermögensverteilung hat sich weiter vergrößert. 

Und sowohl in den USA wie in Europa waren, wie der Bericht feststellt, neben dem Immobiliengeschäft vor allem die „Kapitalmärkte" der entscheidende Faktor für den Vermögenszuwachs. 

Also die Gewinne aus Finanzgeschäften und Spekulationen aller Art. Soviel zum Thema „finanzmarktorientierter Kapitalismus". 

Deutschland nimmt mit rund 5 500 Multimillionären, die ein Vermögen von mehr als 50 Millionen Dollar besitzen, nach den USA und China weltweit den dritten Platz ein. Georg Polikeit 

 

„Ultrareiche" mit einem Vermögen von mehr als 50 Mio. Dollar 

USA 62 800 

China 7 600 

Deutschland 5 500 

Großbritannien 4 700 

Frankreich 4 100 

Russland 2 800 

Kanada 2 600 

Taiwan 2 000 

Korea 1 900 

Brasilien 1 900  

Indien 1 800 

Hongkong 1 500 

Quelle: Global Wealth Report 2014, 

Credit Suisse  

_______________________