8. März:

Internationaler Frauentag

Grüße zum Internationalen Frauentag

Liebe Kolleginnen, liebe Genossinnen,

 

im Namen des Parteivorstands der DKP grüße ich Euch zum internationalen Frauentag. Auch, wenn in den letzten Jahren teilweise versucht wird, diesen Tag zu entpolitisieren, so ist der 8. März ein Tag der an die Kämpfe der internationalen Frauenbewegung, vor allem auch der proletarischen Frauenbewegung erinnert und der für die notwendigen heutigen Kämpfe mobilisiert.

Die Notwendigkeit zu kämpfen, sich zu wehren ist nicht kleiner geworden.

In unserem Land sind Frauen besonders betroffen von Arbeitslosigkeit, Armut prekären Arbeitsverhältnissen

Vor allem in der Peripherie Europas kämpfen Frauen und Männer mit Ihren Familien um die nackte Existenz, das deutsche Finanzkapital ist führend bei den Angriffen auf die materiellen Existenzbedingungen, auf die gesamte Dasinsvorsorge.

Überall auf der Welt sind Menschen wieder von militärischen Interventionen, Kriegen betroffen, an denen der deutsche Imperialismus meist führend mitmischt.

Deswegen sagen wir, dass der 8. März in unserem Land ein Tag des Kampfes um 30 Stunden Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich sein muss.

Deswegen sagen wir, dass der 8. März ein Tag der internationalen Solidarität, gegen imperialistische Ausbeutungs- und Kriegspolitik sein muss.

Und deswegen grüßen wir alle Frauen in unserem Land, in Europa und auf der ganzen Welt, die begonnen haben sich zu wehren, die für Ihre Interessen und Rechte kämpfen.

Mit sozialistischen Grüßen

Patrik Köbele

Vorsitzender der DKP

 

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100 Jahre und wir sind kein bisschen leise…!

http://www.dkp-kiel.de/Backbord%2016,%202011.pdf

"Wenn eine Frau zur Realität durchdringt, Internationaler Frauentag zusammen lernt sie ihren Zorn kennen, und das heißt, sie kommen. Karl Marx und Friedrich Engels ist bereit zu handeln." Dieses Zitat von Mary haben den Grad der weiblichen Eman-Daly bringt zum Ausdruck, wie 100 Jahre zipation als das natürliche Maß für die allgemeine Emanzipation des Menschen erklärt. Gemessen daran, klafft trotz aller Fensterreden und Gleichheitsgerede der Politik eine große Kluft. Frauen haben in den vergangenen 100 Jahren vieles durch ihre eigene Kraft verändert – geschenkt wurde ihnen nie etwas. Heute geht es darum, Erkämpftes zu verteidigen und gleichzeitig einen neuen Morgen zu fordern. Neoliberale Politik will vernebeln und gaukelt vor, Gleichberechtigung und Gleichstellung zu realisieren. Dabei kommt dann doch nur Hartz IV, Altersarmut, Flexibilisierung der Arbeit und Sexismus zum Vorschein. Beispiele weiblicher Protagonistinnen dieser Politik sind Angela Merkel und Ursula von der Leyen. Sie sind daran beteiligt, wenn der Reichtum von unten nach oben verteilt wird. Deshalb ist es richtig, wenn Frauen laut bleiben.

Wenn es um Frauenrecht und Frauenbewegung geht, ist damit untrennbar Clara Zetkin verbunden. Sie ist die Initiatorin des Internationalen Frauentages auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27.

8. 1910 in Kopenhagen gewesen. Ihre Forderung nach dem allgemeinen Frauenwahlrecht wurde durch die Novemberrevolution 1919 erfüllt. Frauen haben heute gleichen Zugang zu Bildung, ja sogar die besseren Abschlüsse. Heute streiten KommunistInnen in der DKP weiter für Frauenrechte. Alle, die uns kennenlernen wollen, laden wir zu unseren Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag 2011 ein. Oder einfach bei www.kommunisten.de vorbeischauen.

Sofortforderungen der DKP

Der 8. März muss gesetzlicher Feiertag werden!

Sofortmaßnahmen gegen Frauenarmut!

Gesetzlicher Mindestlohn von 10 Euro und Arbeitszeitverkürzung jetzt!

Weg mit Hartz IV - Verbot der Leiharbeit und prekärer Beschäftigung!

Neue Männer und mutige Frauen braucht das Land!

 

Wie ein Stück Lebensqualität dem Kapitalismus geopfert wird

Die Krise und ihre Folgen…

Kiel 2011. Es ist immer noch Krise. Auch wenn Politik, Ifo-Institut, Banken und Presse den Aufschwung herbeischreien, sieht es so aus, als würde die Krise bei den jungen Menschen gerade erst beginnen. Während Milliarden für Bankenrettungsschirme ausgegeben werden und per Kurzarbeit die Konzerne subventioniert werden, steigt die Jugendarbeitslosigkeit und sinken die Möglichkeiten sinnvoller Freizeitbeschäftigung.

…für die Bädersituation in Kiel

Die Stadt Kiel hat kein Geld mehr. Das ist vor allem eine Folge des von Bund und Land forcierten Ausblutens der Kommunen, denn irgendwo muss das Geld für die Rettungsschirme für Banken und Konzerne ja herkommen. Nun will die Stadt bei den Schwimmbädern kürzen, um ihre Finanzen wieder in Ordnung zu bringen. Längerfristig sollen die Schwimmhalle in Gaarden und das Freibad Katzheide geschlossen werden – die letzten Bäder, die es in Kiel überhaupt noch gibt!* Als Ersatz soll ein Zentralbad gebaut werden. Da der Stadt aber dafür das nötige Geld fehlt und das Land SH Kredite verweigert, soll das Zentralbad als PPP-Projekt (PPP = PublicPrivatePartnership) finanziert werden. Das funktioniert ungefähr so: Die Stadt bezahlt einen privaten Investor, der das Bad für die Stadt baut und betreibt. Die Stadt zahlt dafür Summen, die ein viel höher sind, als sie der Bau kosten würde, wenn sie selbst das Bad bauen würde. Zusätzlich bezahlt die Stadt an den Investor Raten, damit sie nach ca. 25 Jahren das Zentralbad erhält, auch hier sind die Kosten für die Stadt viel höher, als die Ausgaben des Investors, der in den 25 Jahren alle Einnahmen aus dem Zentralbad als Gewinn einstreicht. Zusammengefasst also ein Minusgeschäft für die Stadt und für die Menschen, die hohen Eintritt zahlen müssen, weil für einen Kapitalisten eben nicht eine sinnvolle, gesunde und sportliche Freizeitgestaltung der Menschen im Mittelpunkt steht, sondern der Profit.

„Unser Schwimmbad zu erhalten, müssen wir schon selber tun"

Und erfreulicherweise regt sich Widerstand. Es wurde von Anwohnern eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Freibades gegründet, die Unterschriften sammelte und eine Demo zum Erhalt durchführte. Auch wir, die SDAJ Kiel, sind aktiv geworden, geht es doch darum, die Interessen der Jugend zu verteidigen. Wir unterstützten die Demo für den Erhalt des Freibades Katzheide, halfen beim Sammeln der Unterschriften, machten Pressearbeit, um das Problem bekannter zu machen.

Noch ist offen, wie die Bädersituation am Ende in Kiel aussehen wird, aber eins ist klar: Wenn wir alle uns nicht dagegen wehren, dass Banken& Konzerne gemeinsam mit den Regierungen die arbeitenden und lernenden Menschen die Krise bezahlen lassen, wird es niemand tun. Und: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren! (B. Brecht)

*Die Unihalle kann man kaum noch zählen, da die öffentlichen Schwimmzeiten gegen null tendieren. Außerdem haben Minderjährige unter der Woche ohne ihre Eltern keinen Zutritt. Darüber hinaus gibt es nur das Eiderbad und das Freibad in Schwentinental, die jedoch beide außerhalb des Kieler Stadtgebietes liegen und daher für viele Kieler schlecht zu erreichen sind.

J.L.

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100 Jahre und wir sind kein bisschen leise…!

http://www.kommunisten.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3944:100-jahre-und-wir-sind-kein-bisschen-leise&catid=76:ausserparlamentarisches&Itemid=153

07.03.2013

„Wenn eine Frau zur Realität durchdringt, lernt sie ihren Zorn kennen, und das heißt, sie ist bereit zu handeln." Dieses Zitat von Mary Daly bringt zum Ausdruck, wie über 100 Jahre Internationaler Frauentag zusammen kommen. Karl Marx und Friedrich Engels haben den Grad der weiblichen Emanzipation als das natürliche Maß für die allgemeine Emanzipation des Menschen erklärt. Und gemessen daran klafft trotz aller Fensterreden und Gleichheitsgerede der Politik eine große Kluft. Frauen haben in den vergangenen 100 Jahren vieles durch ihre eigene Kraft verändert – geschenkt wurde uns nie etwas. Jetzt geht es darum, Erkämpftes zu verteidigen und gleichzeitig für eine gute Zukunft mit vielen zu streiten!

Mit diesen Worten beendete Bettina Jürgensen im November 2012 ihr Referat zur Frauenpolitik auf der 11. PV-Tagung. Das Referat wurde nach thematischer Beratung im Frauenarbeitskreis und mit Unterstützung einiger Genossinnen des Arbeitskreises erarbeitet.

Bettina betonte, dass der Ansatz, das Wissen aus unterschiedlichen Bereichen und Kompetenzen zu nutzen und dieses gemeinsam zur Diskussion zu stellen, ein richtiger Weg ist, um gemeinsame Einschätzungen der Gesamtpartei zur Verfügung und zur Diskussion zu stellen. Dies galt in der Vergangenheit besonders für die Arbeit in Leitungs- und Arbeitsgremien.

Morgen ist der Internationale Frauentag. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir noch einmal das Referat.

Anlagen:

Referat von Bettina Jürgensen zur Frauenpoltik

76 Kb

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"Her mit dem ganzen Leben!"

http://www.kommunisten.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3948:qher-mit-dem-ganzen-lebenq&catid=76:ausserparlamentarisches&Itemid=153

08.03.2013

Am 8. März werden sich die Medien wieder überschlagen mit Erfolgsstorys und mahnenden Worten. Junge Frauen werden wieder sagen, dass sie so was nicht brauchen und das Getue ihnen auf den Geist geht. Ja, das nervt. Denn oft sind es dieselben Frauentags- FestrednerInnen, die ja doch gleichzeitig mit beiden Händen das Rad wieder zurückdrehen. Die uns das Betreuungsgeld und noch mehr Minijobs andrehen wollen, die das „ungeborene Leben" mit klerikalfaschistischer Fürsorge umgeben und dabei ungerührt zusehen, wie Frauen, Kinder und andere Zivilisten in Syrien von Söldnerkriegern grässlich hingemetzelt werden. „Frauenförderer",die vielleicht noch stolz darauf sind, dass eine weibliche Regisseurin einen Film „Zero Dark Thirty", dreht, in dem sie eine CIA-Killerin die Anwendung von Folter legitimieren lässt. Soll das die Gleichberechtigung sein? Aber unseren Frauenkampftag lassen wir uns deswegen nicht nehmen und unsere Aktivistinnen-Runde wird von Jahr zu Jahr größer.

Jeden Tag wird uns vor Augen geführt, wie weitsichtig Clara Zetkin war: Frauenforderungen dürfen nicht bei bürgerlichen Rechten Halt machen, so wichtig diese als Fundament politischen Handelns sind. Jeder Tag beweist, dass sich die arbeitenden Frauen für ihre sozialen Rechte wehren müssen, gegen Massenarbeitslosigkeit und für die 30-Stunden-Woche, für kostenlose Kitas und für gleichen Lohn.

Junge Azubis, erfahrene Schichtarbeiterinnen, Hilfsarbeiterinnen aus Griechenland, Leiharbeiterinnen aus Polen, Hausfrauen und Schülerinnen. Sie alle sitzen mit in unserer Frauenrunde am Internationalen Frauenkampftag, an dem wir darauf anstoßen, was wir schon erreicht haben, und darauf, was wir noch erreichen werden.

Wir sind radikal und so gefährlich für die Herrschenden, dass der Frauentag nicht nur seit 1916 immer wieder verboten wurde. Oder uns durch den Muttertag abgekauft werden sollte. Klar, auch für nicht wenige Männer der Arbeiterklasse könnte es ungemütlich werden in unserer Runde. Denn, ja doch, auch heute noch geht der „alte Herrenstandpunkt" um, wie Lenin die Haltung von Machos und anderen Patriarchen nannte.

Ganz zu schweigen davon, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen (auch gegen Jungen und junge Männer) in den kapitalistischen Ländern immer noch ein Thema sind: Das würden die Verantwortlichen, nicht zuletzt im Vatikan, gern unter der Decke halten. Die Massendemos in Indien und der Republik Südafrika haben aufgerüttelt und an mittelalterlichen Strukturen hoffentlich nicht nur gekratzt.

Sind die Männer nun die Feinde? Ja, im Einzelfall zweifellos schon. Aber werfen nicht diese Proteste ein bezeichnendes Licht auf die Verrohung im Kapitalismus, vor allem auf dem Hintergrund der Krise? Wo der Mensch dem Menschen ein Wolf zu werden droht?

Frauen können Kanzlerin werden und zur Hassfigur wegen ihres unbarmherzigen Kaputtspar-Kurses in ganz Europa. Ihre „Schwestern" in Griechenland sind ihr dabei genauso schnurzpiepegal wie die Frauen und Mädchen in Afghanistan, die auch dank deutscher Militäreinsätze allmählich wieder Gefahr laufen, hinter der Burka zu ersticken. Keine Hand hat diese Frau Angela Merkel gerührt, als es um bescheidene 70 Millionen für eine Transfergesellschaft zugunsten der mehr als 25 000 Frauen bei der Schlecker- Pleite ging. Wer Milliarden an Finanzbosse und Konzerne ausschüttet, kann sich mit solchen Peanuts offenbar nicht abgeben. In unserer Runde haben solche Galionsfiguren des Imperialismus nichts verloren.

Am 8. März muss es uns immer auch um eine neue, humane Gesellschaft, um den Sozialismus gehen. Und wenn die Runde gerade jetzt in der Krise immer größer wird, ist das genau richtig, denn es gibt viele Tische in allen Ländern, und auch die Frauen und Mädchen von den „Tafeln" sind dazu, sogar besonders herzlich, eingeladen. Kommt zu uns, ihr trefft bei uns die wunderbarsten Frauen! Rosa und Clara und Inessa und Alexandra sowieso, aber auch Dolores Ibarruri aus Spanien und Ettie Gingold aus Frankfurt (und Rumänien), unsere antifaschistischen Heldinnen. In unsere Arme nehmen wir auch unsere kurdischen Schwestern „Üc gül", unsere „Drei Rosen": Sakine, Fidan und Leyla, die erst unlängst in Paris brutal abgeknallt wurden. Dabei sitzen unsere Schwestern aus Kuba und der Volks- republik Chi- na und aus Vietnam. Wir sind die Vielen, die „Hälfte des Himmels", wie Mao einmal gesagt hat. Über alle Grenzen hinweg kämpfen wir zusammen für das „Einfache, das so schwer zu machen ist".

Da darf auch Emma Engelhardt aus Schwarzenbach nicht fehlen, die Betriebsrätin aus dem Porzellanwerk in Schwarzenbach, deren Mann als Nazi-Gegner ins KZ musste. Und erst recht nicht Hilde Wagner, unsere DKP-Kreisvorsitzende in Heidelberg, die bis nach Mitternacht mit den StudentInnen vom „Spartakus" diskutierte, denen die Revolution in der DDR nicht schnell genug ging. Kurz vor ihrem Tod vor zehn Jahren setzte sie ihrem Mann Karl Wagner, einem legendären Widerstandskämpfer und KZ-Häftling in Dachau, ein Denkmal mit ihrer Biografie „Der Kapo der Kretiner".

Hilde würde ihn vielleicht mitbringen wollen in unsere gesellige Runde. Na gut, da machen wir schon den Platz frei für den einen oder anderen Kollegen oder Genossen: Für Dietrich mit der Schiffermütze und für Franz Josef mit seiner Gitarre, der uns aus Hamburg am besten Fasia und ihr Akkordeon gleich mitbringt. Feiern wollen wir und zusammen trinken und singen: Die „Union Maid"und das „Rebel Girl" und „Tanja", „Brot und Rosen" und außerdem „es rettet uns kein höh‘res Wesen, kein Mann, kein Kaiser und Tribun!".

„Eine Stunde mehr zum Leben" wollten vor 110 Jahren tausende Textilarbeiterinnen und ihre Kollegen im sächsischen Crimmitschau erstreiken. Nach einem halben Jahr mussten sie den Kampf um den 10-Stunden- Tag abbrechen, bei Hunger und Kälte. Liebe Schwestern von damals, danke! Ja, wir wollen mehr Zeit zum Leben, allerdings nicht nur eine Stunde oder einen Tag.

Her mit dem ganzen Leben!

Eva Petermann (aus UZ vom 8.3.2013)

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Aufstand der Frauen

In Potsdam und Berlin fordern Migrantinnen Wohnungen, soziale Rechte und Zugang zu medizinischer Versorgung auch für Menschen ohne Papiere

Alexandra Kimel

In: junge Welt online vom 08.03.2013

Migrantinnen in Berlin und Brandenburg wollen am heutigen Internationalen Frauentag auf die Straße gehen. In Potsdam ruft die Gruppe »Women In Exile« (WIE) zu einer Demonstration durch die Innenstadt auf. Sie fordert vor allem die Abschaffung der Lagerunterbringung von Asylbewerbern, unter der Frauen und Kinder in besonderem Maße leiden.

In Berlin wiederum wollen Frauen ohne Papiere und ihre Unterstützer mit einem Flashmob vor allem auf die skandalösen Bedingungen aufmerksam machen, denen schwangere Frauen ausgesetzt sind, die kein Aufenthaltsrecht in Deutschland haben.

In Brandenburg kämpfen die Flüchtlingsfrauen schon seit langem für ihre Forderungen. Bereits vor zwei Jahren wandten sie sich an Sozialminister Günther Baaske, um auf die erschreckende Lage in den sogenannten Gemeinschaftsunterkünften aufmerksam zu machen. Zimmer, Toiletten, Küche und Bäder teilen sich dort viele, auch untereinander fremde Bewohner. Meist gebe es keine Geschlechtertrennung in den Sanitäranlagen, so die Aktivistinnen. Duschen hätten weder Duschvorhänge noch Türen. Das bedeutet einen enormen Eingriff in die Privatsphäre, die laut einer Broschüre von Women in Exile auch von den Mitarbeitern in den Heimen mißachtet wird, »indem sie die Zimmer während unserer Abwesenheit betreten oder sich in einigen Fällen mit dem Generalschlüssel Zugang zu Wohnräumen verschaffen, ohne anzuklopfen und ohne zu beachten, ob die Bewohnerinnen bekleidet sind oder nicht.«

Hinzu kommen Gewalttaten und sexuelle Übergriffe, denen sich die Frauen durch die Art der Unterbringung ständig ausgesetzt sehen. Häufig komme es zur Prostitution, auch von Minderjährigen, berichtete eine Sprecherin der WIE in einer Veranstaltung im Februar 2013. Sie würden damit im Schnitt zwei bis fünf Euro verdienen, je nachdem, ob der Freier verhüten wolle oder nicht. Die hygienischen Verhältnisse seien durch die Massennutzung von Bädern und Küche schockierend.

Aus all diesen Gründen fordern die Frauen die generelle Unterbringung aller Frauen und Kinder in Wohnungen und die gänzliche Abschaffung von Sammelunterkünften. Minister Baaske verspricht laut WIE seit fast zwei Jahren, auf die Probleme der Frauen einzugehen. Mittlerweile soll im Ministerium ein neues »Unterbringungskonzept« in Arbeit sein, das dem Landtag in Potsdam bis Ende März 2013 vorgelegt werden soll.

In Berlin fordern Frauen vor allem den gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung für alle. Das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe Berlin berichtet, Migrantinnen ohne Krankenversicherung werde eine sichere Entbindung verwehrt. Sie bekommen in Kliniken Sätze wie »Fahren Sie doch zum Entbinden in Ihr Land zurück!« oder »Entbindung kostet bei uns 3000 Euro« zu hören.

Demo der Flüchtlingsfrauen in Potsdam: heute 12 Uhr ab Hauptbahnhof. Mehr Informationen:

womeninexile.blogsport.de

Flashmob von Flüchtlingsfrauen unter dem Motto »Ich krieg' mein Kind, wo ich will!« auf dem Berliner Alexanderplatz heute in Berlin, 17 Uhr, Weltzeituhr; mehr Infos:

www.medibuero.de

Demo zum internationalen Frauentag in Berlin: morgen (09.03.2013) 15 Uhr ab Hermannplatz (U8/U7).  Mehr Informationen unter:

8maerz.blogsport.de

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Kritik an Gaucks »Tugendfuror«

In: junge Welt online vom 08.03.2013

Berlin. Eine Gruppe von Frauen um die Netzaktivistin Anne Wizorek hat Bundespräsident Joachim Gauck wegen seiner Äußerungen zum Sexismus kritisiert. Man erwarte von einem Präsidenten, »daß er reflektiert zu gesellschaftlichen Debatten Position bezieht und sich umfassend mit ihnen auseinandersetzt«, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an ihn. Das Staatsoberhaupt lasse in seinen Äußerungen Feingefühl und Respekt gegenüber all den Frauen vermissen, die Erfahrungen mit Sexismus gemacht haben, heißt es in dem Schreiben. Gauck hatte in der jüngsten Ausgabe des Spiegel mit Blick auf die Debatte um peinliche Äußerungen von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle gegenüber einer Journalistin gesagt: »Wenn so ein Tugendfuror herrscht, bin ich weniger moralisch, als man es von mir als ehemaligem Pfarrer vielleicht erwarten würde.« Es gebe in der Frauenfrage zwar noch einiges zu tun, aber eine »flächendeckende Fehlhaltung von Männern gegenüber Frauen«könne er in Deutschland nicht erkennen. (AFP/jW)

Offener Brief online unter:

www.alltagssexismus.de

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Immer mehr Frauen alleinerziehend

In: junge Welt online vom 08.03.2013

Wiesbaden. Immer mehr Frauen in Deutschland ziehen ihre Kinder allein groß.

Mehr als 2,3 Millionen Mütter waren im Jahr 2011 alleinerziehend, also jede fünfte. Gegenüber 1996 ist das ein Anstieg um fast 28 Prozent. Damals waren 1,8 Millionen Frauen alleinerziehend. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die am Donnerstag anläßlich des Frauentages in Wiesbaden veröffentlicht wurden. (dapd/jW)

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Sexismus aus dem Otto-Katalog

In: junge Welt online vom 08.03.2013

Hamburg. Helle Aufregung herrscht seit einigen Tagen auf der Facebook-Seite des Versandhauses Otto. Hunderte von empörten Wortmeldungen finden sich dort. Der Grund: Aktuell kann bei der Hamburger Firma ein rosa Mädchen-Shirt mit der Aufschrift »In Mathe bin ich Deko« bestellt werden.

»Das ist ja wohl Sexismus vom Feinsten«, empört sich eine Userin. Eine andere fordert das Unternehmen auf, junge Frauen zu ermutigen, statt sie mit Klischees zu degradieren. Sonja Aiblinger von der Sozialistischen Partei Österreichs erklärte zu dem Vorgang, mit seinem Angebot stelle Otto Mädchen auf »besonders unwitzige Art und Weise« in die »Dummchen-Ecke«. Das »Social-Media-Team« des Versandhauses antwortet den Kritikerinnen, deren Meinung werde »selbstverständlich akzeptiert«, doch sei das Kleidungsstück »bei vielen unserer Kunden super angekommen«, die Idee dazu sei zudem »aus der Feder von Frauen entstanden«. (jW)

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Heraus zum 8. März. Aktionen, Demos, Debatten, Ausstellungen zum Frauentag

In: junge Welt online vom 08.03.2013

An dieser Stelle versuchen wir einen Überblick über wichtige Termine rund um den 8. März zu geben - angesichts der Fülle der Angebote listen wir auch einige Webseiten mit weiteren Veranstaltungshinweisen auf

Aachen

heute, 17 Uhr, Elisenbrunnen: Kundgebung gegen Lohnungleichheit, Sexismus, sexualisierte Gewalt

Berlin

heute, 16 Uhr, Pfefferberg, Haus 13, Blueroom, Schönhauser Allee 176: Veranstaltung der Linkspartei mit kulturellen und politischen Beiträgen; 18.30 Verleihung des Clara-Zetkin-Frauenpreises an die Soziologin und Philosophin Frigga Haug

14. März, 19.30 Uhr, Galerie Olga Benario, Richardstr. 104: »Streiken Frauen anders? 100 Jahre Gebärstreikdebatte und andere Frauenstreikaktionen.« Eine historische Spurensuche mit Claudia von Gélieu

Dietzenbach/Hessen

9. März, 16 Uhr, Bürgerhaus, Europaplatz 3, Raum 4: »Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen - das große Geschäft mit der Ware Frau«. Film und Diskussion mit Inge Bell;

www.gegen-frauenhandel.de

Hamburg

heute, 17 Uhr, Uni Hamburg, DWP-Hörsaal, Von-Melle-Park 9: Veranstaltung des Internationalen Frauenrates mit Vorträgen u.a. von Claudia Mennen, Europ. Gewerkschaftsbund

Hannover

13. März, 19.30 Uhr, Café Kargah, Zur Bettfedernfabrik 1: Aufstand aus der Küche: Globalisierung und geschlechtsspezifische Arbeitsteilung - Diskussion anhand der Thesen der Feministin und Sozialistin Silvia Federici (

www.nds.rosalux.de/event/47735

)

Karlsruhe

heute, 19.30 Uhr, Jubez am Kronenplatz: Veranstaltung zur Ausbeutung von Frauen in Subunternehmen und zur kurdischen Frauenbewegung. Eintritt 5 Euro

Münster

9. März, 11 Uhr, Bremer Platz: feministische Demo. Mehr Infos: gegen1000kreuze.blogsport.de

Nürnberg

9. März, 13 Uhr, Königstraße (vor K4): Frauentagsdemo

Mehr Aktionen in Nürnberg:

frauenkampftagnbg.blogsport.de

Oberhausen

10. März, 15 Uhr, Linkes Zentrum, Elsässer Str. 19: Veranstaltung mit drei Filmen über starke Frauen, Kaffee, Debatten

Stuttgart

heute, 16.30 Uhr, Schloßplatz: Frauentagsversammlung der Gewerkschaften ver.di und IG Metall

Weitere Termine:

www.die-linke.de/politik/frauen/newsletterfrauenundgenderpolitik

; maedchenmannschaft.net/veranstaltungen-rund-um-den-frauenkampftag; 8maerz.blogsport.de

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Linke glaubt nicht an Frauen-Jobwunder

Erwerbstätigkeit deutlich angestiegen - aber auch die Leiharbeit

Berlin (nd). Die Zahl der Frauen, die einer bezahlten Arbeit nachgehen, ist in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich gestiegen. Nach Angaben, welche die Linksfraktion von der Bundesregierung angefordert hat und über die die „Saarbrücker Zeitung" berichtet[1], arbeiten bundesweit inzwischen sieben von zehn Frauen. Die Quote beträgt 71,6 Prozent - bei den Männern sind es 82,2 Prozent. Zur Zeit der Wiedervereinigung lag die Frauenerwerbsquote noch bei knapp 61 Prozent.

In: Neues Deutschland online vom 08.03.2013

Weiter unter:

Links:

    1. http://www.presseportal.de/pm/57706/2429535/saarbruecker-zeitung-beschaeftigungsrekord-bei-frauen-linke-kritisiert-prekaere-jobs

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/815134.linke-glaubt-nicht-an-frauen-jobwunder.html

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Eine Quote für Mütter

Frauen werden im Beruf benachteiligt - vor allem, wenn sie Kinder haben

Berlin (nd). »Wenn Mutti früh zur Arbeit geht«, hieß es einst im Kinderlied von Kurt Schwaen. Dass das heute gar nicht so einfach ist, haben vor dem Frauentag erneut Gewerkschaften und Statistiker illustriert: Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt weiter ausgebremst, beklagte der DGB.

In: Neues Deutschland online vom 08.03.2013

Weiter unter:

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/815129.eine-quote-fuer-muetter.html

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Mit Kind an die Spitze?

Frauen sind benachteiligt, besonders Mütter – wie wär's mit einer Mütterquote?

Die Quote soll es Frauen ermöglichen, in Führungspositionen zu gelangen. Wo es sie gibt, ist der Erfolg sichtbar: Im Bundestag sind Frauen inzwischen deutlich besser repräsentiert als vor 50 Jahren. Allerdings nur bestimmte – die Frauenquote hilft vor allem kinderlosen Frauen, Karriere zu machen. Mütter hätten durch sie oft keine Vorteile, meint die Bremer Wissenschaftlerin Hilke Brockmann. An den kinderunfreundlichen Arbeitszeiten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten denn auch wenig geändert.

In: Neues Deutschland online vom 08.03.2013

Weiter unter:

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/815075.mit-kind-an-die-spitze.html

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Frauentag ist Wahlkampftag

Grit Gernhardt über die Forderung nach Geschlechtergleichbehandlung durch SPD und Grüne

Von Grit Gernhardt

Womit kann die Politik am Internationalen Frauentag beim Wahlvolk so richtig punkten? Richtig, mit Frauen- und Gleichstellungsthemen. Das dachten sich anscheinend auch die Vorsitzenden der beiden Oppositionsparteien SPD und Grüne, Sigmar Gabriel und Claudia Roth.

In: Neues Deutschland online vom 09.03.2013

Weiter unter:

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/815241.frauentag-ist-wahlkampftag.html

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»Wir haben eine Kölner Filiale überfallen«

Was der Internationale Frauentag mit Sirtaki bei der Deutschen Bank zu tun hat. Ein Gespräch mit Katharina Schwabedissen

Peter Wolter

In: junge Welt online vom 11.03.2013

Katharina Schwabedissen ist eine der Sprecherinnen der Linken Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft (LISA) in NRW

Anläßlich des Internationalen Frauentages hat sich die Linkspartei nach einer ersten Zählung am Samstag in mindestens 130 Ortschaften mit Infoständen präsentiert. Wie war die Beteiligung in Nordrhein-Westfalen, dem größten Landesverband in Westdeutschland?

Eine komplette Übersicht haben wir noch nicht, ich weiß jedenfalls, daß in vielen Städten und auch Dörfern solche Stände angemeldet waren - ich gehe davon aus, daß jeder Kreis- oder Ortsverband aus Anlaß dieses Tages etwas gemacht hat. In meiner Heimatstadt Witten zum Beispiel haben wir in der Fußgängerzone rote Rosen an Frauen verteilt. Parallel dazu wurde auf Plakaten und Flugblättern erklärt, warum der 8. März nach über einem Jahrhundert immer noch aktuell ist. Das Wahlrecht haben wir mittlerweile zwar, aber sonst hat sich in Sachen Frauenrechte eigentlich viel zu wenig getan: Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer, die Hausarbeit bleibt in der Regel an ihnen hängen.

Ich habe aber noch an einer zweiten Aktion teilgenommen. Der LISA-Landesverband NRW hatte dazu aufgerufen, per Flashmob die Deutsche Bank ein wenig in Unruhe zu versetzen. Mit ein paar Dutzend Frauen haben wir eine Kölner Filiale überfallen: Wir haben in der Schalterhalle griechische Musik abgespielt und dazu Sirtaki getanzt. Auch hier haben wir Plakate gezeigt und auf Infokarten darüber aufgeklärt, welche Rolle die Deutsche Bank dabei spielt, daß in Griechenland viele Menschen am Hungertuch nagen - wobei die Frauen wieder einmal besonders leiden. Wir hätten natürlich auch Flamenco spielen können, die Lage der Spanierinnen und Spanier ist ja auch nicht viel besser.

Wie haben die Bankangestellten darauf reagiert?

Sie haben sparsam geguckt. Zum einen überraschte es sie, daß plötzlich so viele Frauen in der Schalterhalle waren, und zum anderen konnten sie sich keinen Reim darauf machen, was das Ganze mit Sirtaki und Griechenland zu tun hat. Leider war das eine Schwäche unserer Aktion - warum wir da tanzten, hat sich nicht unmittelbar erschlossen. Wir können leider auch nicht sagen, wie unser Flashmob bei den Bankkunden ankam, wir haben das nicht abgefragt. Ich hoffe, daß die verteilten Infokarten nicht nur gelesen, sondern auch verstanden wurden.

In weiten Teilen von NRW ist der von den deutschen Faschisten zum Feiertag erhobene Muttertag immer noch populärer als der Internationale Frauentag - versteht der Normalbürger eigentlich, was es damit auf sich hat?

Der Internationale Frauentag wurde im Westen vor 1989 vor allem von linken Gruppen propagiert - in der DDR war er ein so selbstverständlicher Feiertag wie bei uns Christi Himmelfahrt oder Ostern. In den letzten Jahren ist er auch bei uns populärer geworden, selbst wenn immer noch versucht wird, ihn durch den Muttertag oder die christlich-sozialdemokratische Variante des 8.

März, den »Weltfrauentag« zu verdrängen.

Weder das eine noch das andere ist ein Ersatz für uns: Nach wie vor kämpfen wir als Sozialistinnen für eine Welt, in der Frauen ihren Platz haben, in der es nicht nur darum geht, politische Rechte für sie zu fordern. Wir wollen mehr: eine sozialistische Demokratie - und dieses Ziel wird weder durch den Muttertag noch durch den »Weltfrauentag« umgesetzt.

Wie stark ist der Frauenanteil in der NRW-Linken?

Wir haben etwa 25 Prozent. Wir Feministinnen fordern schon seit Jahren, daß eine Debatte darüber geführt wird, warum wir so wenige Frauen in der Partei haben, obwohl gerade sie doch besonders gewinnen würden, wenn unsere Forderungen erkämpft werden. Und zum anderen müssen wir uns Gedanken darüber machen, warum vor allem auf Kreisebene viele Frauen aufgeben, die in Führungspositionen gewählt wurden. Dafür sehe ich zwei Gründe: Zum einen wird so manche bedrängt, mehrere Funktionen gleichzeitig zu übernehmen. Und dann ist bei uns in der Partei leider üblich geworden zu bemängeln, was nicht klappt, statt zu loben, was geklappt hat. Das demotiviert - wir müssen das also ändern.

Diverse Infostände zum Internationalen Frauentag waren nur mit Männern besetzt ...

(Lacht) Daraus kann man schließen, daß viele unserer Männer den Feminismus schätzen gelernt haben ... Aber mal im Ernst: So etwas geht eigentlich nicht. Es müßte doch so sein, daß die Frauen am 8. März mit Begeisterung auf die Straße gehen und die Männer ihnen vielleicht mal einen Kaffee vorbeibringen dürfen.

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